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Familie & Beruf

"Als Frau sind Sie ein Risiko für uns"

Was die Hamburger Rechtsanwältin Nina Diercks auf Jobsuche an Familienfeindlichkeit erlebte – und wie sie sich trotzdem den Traum von Kind und Karriere ermöglichte

Mein Name ist Nina Diercks. Ich bin Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg sowie Gründerin und Autorin des Social Media Recht Blog. Mein Mann ist Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und betreibt den Recrutainment Blog. Beruflich beschäftigen wir uns also beide – wenn auch aus gänzlich unterschiedlichen Perspektiven – mit Recruiting- & HR-Themen. Dazu haben wir zwei Mädchen im Alter von 6 ½ und 2 Jahren. Damit ist die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für uns keine rein akademische, sondern eine, der wir uns jeden Tag stellen müssen.

Das ist kompliziert und ohne Frage anstrengend. Da aber für keinen von uns die Aufgabe des eigenen Berufs in Betracht kam und wir beide stets Familie wollten, haben wir, wie viele andere auch, die Künste des Terminkalenderjonglierens sowie des Schließens von Kompromissen erlernt, um jeweils große Stücke von beiden spannenden, erlebnisreichen Welten mitnehmen zu können.

Dabei sind wir in einer äußerst privilegierten Situation.

Wir leben in Hamburg, einer Stadt, die sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon vor Jahren als Standortvorteil auf die Fahnen geschrieben hat. In Folge dessen steht für unsere große Tochter eine Ganztagesschule bereit, die über ein Konzept verfügt, bei dem Lehrer und Erzieher Hand in Hand arbeiten und denen die Freude an der Arbeit mit Kindern stets anzumerken ist. Auch unsere kleine Tochter stürmt jeden Tag mit Freude in die Kita und uns am frühen Abend lachend in die Arme. Mehr Beweis dafür, dass auch dort das Team mit Engagement bei der Sache ist, bedarf es wohl kaum. Beide Institutionen stehen uns verlässlich theoretisch von 6 bis 18 Uhr zur Verfügung – auch in den Ferien! Natürlich hätten wir immer noch Verbesserungsvorschläge in quantitativer wie qualitativer Hinsicht. Doch die beinahe paradiesischen Hamburger Zustände werden uns immer wieder bewusst, wenn wir mit Geschäftspartnern aus anderen Teilen der Republik sprechen, die uns zum Beispiel von Kindergärten berichten, die grundsätzlich um 14.00 Uhr schließen und 9 Wochen Ferien haben.

Neben den „harten“ Rahmenbedingungen stimmen bei uns auch die weichen. Rechenschaft über unseren Arbeitseinsatz müssen wir – neben unseren Mandanten bzw. Kunden – nur gegenüber den jeweiligen Geschäftsführungspartnern ablegen. Die haben aber jeweils ebenso Kinder wie berufstätige Ehepartner. Da muss dann kein Wort mehr fallen als „Bin heute zu Hause. Das Kind ist krank“.

Es war ein langer Weg für uns.

Okay, machen wir uns nichts vor, für mich war es ein langer Weg. Und das lag nicht an meinem Mann. Für ihn war es schon immer vollkommen selbstverständlich, dass mein Beruf den Raum im gleichen Maße einnehmen kann wie seiner. Vielmehr dachte ich am Ende meiner langen juristischen Ausbildung, dass die Zeiten der Frauen-Diskriminierung ebenso vorbei seien wie die der unnötigen Präsenzkulturen. Schließlich standen die Buzzwords „Vereinbarkeit von Familie & Beruf“, „Work-life-Balance“ und „Demografischer Wandel“ schon jeden Tag in der Zeitung.

Doch die harte Realität holte mich schon im Vorgespräch zur mündlichen Prüfung des 2. Staatsexamens ein. Der Prüfungsvorsitzende äußerte sich zu meinem Berufswunsch mit „Rechtsanwältin? Wie wollen Sie das denn machen als Frau und Mutter!?!“  zu hören. Das ist leicht als die anachronistische Weltanschauung eines bald pensionierten Richters abzutun. Aber er sollte leider in Teilen Recht behalten. Es war – entgegen meiner Annahme – wirklich schwer den Berufseinstieg zu finden. In jedem Vorstellungsgespräch kam die Frage auf „Und wie machen Sie es mit Ihrer Tochter?“. Auf meine Antwort „Stellen Sie die Frage auch Vätern? Da gehen Sie doch auch davon aus, dass die Kinderbetreuung geregelt ist!“ bekam ich von einer Frau (!) zurück: „Warum gehen Sie so an die Decke? Als Mutter bleibt man ja zu Hause, wenn das Kind krank ist. Und Sie sind als Frau nun mal ein Risiko für uns.“.

Flexible Arbeitszeiten sind auch ein Fremdwort. Hier hörte ich unter anderem: „Flexibilät?! Kein Problem bei uns. Die anderen Mütter hier arbeiten montags bis mittwochs von 8.00 Uhr bis 19:00 Uhr und donnerstags und freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr.“ Das Lächeln, mit dem diese grandiose Option angeboten wurde, gefror als ich – schon fast lachend – fragte, wo genau dieses Modell jetzt flexibel sei.

Meine Lösung: Selbstständigkeit

Bei meinem Beruf benötige ich in erster Linie meinen Kopf und einen Internetanschluss. Es ist sehr oft egal, ob ich im Büro, auf der Terrasse, morgens um sechs oder abends um zehn arbeite. Es ging (und geht) mir nicht in den Kopf, dass gerade in meinem „freien Beruf“ die Präsenz so wichtig sein sollte. Nach einem Jahr in einer zwar sehr gut bezahlten, aber äußerst unflexiblen Stelle entschied ich mich, mir meinen eigenen Arbeitsplatz zu bauen. Das hätte ich vermutlich früher oder später ohnehin getan. Doch die hier beschriebenen Erlebnisse wirkten eindeutig als Katalysator.

Selbständigkeit ist sicher nicht für jeden eine Lösung. Und auch nicht jede Branche ist derart konservativ und in alten Organisationsstrukturen verhaftet, wie die meine. Aber seien wir ehrlich, auch wenn heute auf nahezu jeder Karrierewebseite das Wort „Work-Life-Balance“ prangt, so ist es doch oft nicht mehr als Lippenbekenntnis, das mit der Realität der gelebten Unternehmenskultur nichts gemein hat.

Das ist schade. Denn viele junge Männer möchten nicht mehr der ferne Ernährer-Papa sein. Und viele junge Frauen wünschen sich Kinder, aber möchten natürlich nicht ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie in langen Ausbildungen erworben haben, über Jahre verstauben lassen. Doch woran sich als junges Paar orientieren? Sie finden nichts. Die eigenen Mütter und Mütter ihrer Freunde blieben in der Regel zu Hause. Die Sandbergs und von der Leyens dieser Welt mit ihren perfekten Leben und Frisuren sind viel zu weit weg vom eigenen Leben, um als role model zu dienen. Dazu denkt ein Großteil der Führungsverantwortlichen bei „Hol‘ die Ellenbogen raus, burn dich aus! 24/7, 8 bis 8, was geht ab, machste schlapp, what the fuck?!“ vermutlich an eine recht jugendlich verpackte Leistungsbeschreibung für den täglichen Karrierekampf und nicht an das ironische Hip-Hop-Stück „Bück Dich hoch“ von Deichkind. Und so wird weiter der Eindruck zementiert, es gäbe nur schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht, Kinder oder Karriere.

Das darf nicht sein. Denn wie ich im Artikel „Kinder, Karriere, Leben – Ein Plädoyer gegen die Angst“ schon schrieb, „ist das Leben mit Kindern eben einfach rosarot und glitzert, auch wenn ständig Rotze drüber läuft“. Darüber hinaus kann es sich Deutschland auch aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht leisten, dass sich Familie und Beruf nicht besser miteinander vereinen lassen können.

Muss Frau oder Mann den ganzen Tag arbeiten und die Kinder in Obhut von Schule und Kita überlassen?

Nein. Natürlich nicht. Ich hab diese Gute-Mütter-Diskussionen so satt wie ich es entsetzlich finde, dass die Väter dabei überhaupt keine Rolle spielen. (Oder haben Sie als Vollzeit arbeitender Vater schon mal gehört „Ja, wozu haben Sie denn Kinder bekommen, wenn Sie den ganzen Tag im Büro sind?!“?)

Jede(r) sollte das familiäre und berufliche Zusammenspiel so gestalten können, wie er und sie es für richtig hält.

Ich bin zwar der Meinung, dass man bzw. gerade frau, sich die Aufgabe der eigenen beruflichen Verwirklichung gut überlegen sollte. Zum einen, weil es die Aufgabe von Unabhängigkeit bedeutet und bei einer Trennung sofortige erhebliche finanzielle Einbußen (ja, „einmal Arzt-Gattin immer Arzt-Gattin“, das ist seit der Reform des Unterhaltsrechts nicht mehr!) und später Altersarmut drohen. Schließlich nützt es einem nach 5 Jahren Auszeit nur noch wenig, früher einmal Marketing-Direktorin gewesen zu sein. Zum anderen ist fraglich, ob früher tatsächlich alles besser war. In diesen Zeiten, in denen Mutti noch ausschließlich für Mittagessen, Hausaufgaben, Haushalt und den Sport-Taxi-Dienst zuständig war, Papa am Wochenende von der anstrengenden Arbeit seine Ruhe wollte und oft genug mit dem Auszug der Kinder die Scheidung vor der Tür stand.

Wenn aber das alles bedacht und für sich persönlich abgewogen ist, dann soll jede(r) machen, was und wie er und/oder sie möchte. Zuhause bleiben, Teilzeit arbeiten oder mit „vollem Einsatz“ (wobei genau das ebenfalls einer Definition bedarf!) in den Job gehen und Kinder haben.

Fällt die Entscheidung zu Gunsten von Familie und Beruf, dann muss es möglich sein.

Es darf nicht scheitern an:

– fehlender Kinderbetreuung,
– qualitativ wie quantitativ unnötigen Präsenzkulturen,
– Chefs, die glauben, nur wer wöchentlich 50+ Stunden schrubbt, sei kein Minderleister,
– oder gar der Angst vor den ersten drei Punkten.

Meinem Mann und mir (lassen wir den täglichen Tango, den es dazu bedarf, mal weg) ist es gelungen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Aber es kann doch nicht sein, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Privileg für einige Wenige bleibt, die in der glücklichen Lage sind, sie sich selber basteln zu können? Vor allem: Was mit all denjenigen, die überhaupt keine Wahl haben?

Ich wünsche mir, dass sich jede(r) seinen eigenen Traum vom familiären und beruflichen Leben erfüllen kann. Dazu bedarf es zunächst mal überhaupt des eigenen Mutes, den Schritt zu gehen. Weiter bedarf es vernünftiger Kinderbetreuungseinrichtungen. Aber es braucht noch so viel mehr, was man eben nicht einfach kaufen oder mit Steuermitteln bereits stellen kann. Deswegen gilt vor allem auch:

Auf, auf Ihr Personaler und Unternehmensleiter (männlich wie weiblich)! Schluss mit den Sonntagsreden! Tut was! Dann wird’s auch was mit den motivierten Mitarbeitern. Versprochen!

Nina Diercks auf XING

(Foto: Lisa Krechting)

70 Kommentare

RalfLippold

04.08.2014

Sehr gut geschrieben und zu (fast) 100% der Realität entsprechend. Kopfarbeiter, die oft lediglich einen Internetanschluss (wenn auch VPN-gesichert) benötigen, um ihr Wissen nutzbar zu machen haben es in einer präsenzgetriebenen Ingenieurkultur unseres Landes (noch) schwer.

Als ich vor Jahren die Arbeitsinhalte von zwei Kollegen übernahm (eine mehr als spannende und herausfordernde Tätigkeit), sollte ich mich in mehrere IT-Systeme einarbeiten und besonders SQL-Programmierung gehörte dazu.

Da während der regulären Arbeitszeit wenig Zeit blieb für mich, diese neue Programmierungskenntnisse mir zu eigen zu machen, wollte ich dies zu Hause mittels eines VPN-Zugangs im Sinne der Firma machen.

Sozusagen „Home Learning“, da ich ohnehin mehrere Stunden am heimischen Rechner im Internet tätig war. Doch das Vertrauen meines damaligen Chefs beschränkte sich auf meine Präsenz unter seinen Augen (und dies auch noch unter der täglichen 10-Stunden-Regel).

Flexibel konnte dieses Verhalten auch nicht genannt werden, und das Wörtchen „flexibel“ versteckte sich hinter der euphemistischen Annahme , „da müsse man wohl eben „schwarz“ irgendwie die Zeit reinholen, wie z.B. am Wochenende arbeiten!“

Vereinbarkeit zwischen Freizeit, Lernen, Familie und Arbeit ist unter den beschriebenen Umständen mehr als eine Herausforderung. Manchmal muss man dann auch sagen, „Good Bye“

Kerstin

04.08.2014

Vielen Dank für diesen tollen Artikel, Sie sprechen mir aus der Seele! Ich bin Mitte 30 und gerade auf Jobsuche. Was ich da auch ohne Kind manchmal zu hören und unterstellt bekomme, ist echt nicht mehr feierlich… Schon traurig, trotz guter Qualifikationen aufgrund des Frauseins als Risiko gesehen zu werden…

Sabrina Sailer

04.08.2014

Danke Frau Diercks für den Einblick!

Ja, man möchte meinen, die freien Berufe hätten es besonders einfach – und ist es doch nicht.

Ich lese ihren Blog schon gerne, aber jetzt noch einen Ticken lieber. Das Feld Vereinbarkeit ist noch lange nicht fertig bearbeitet, da ist für alle noch viel zu tun.

J.Grigutsch

04.08.2014

Das ist auch eine Frage, die ich mir selbst oft schon gestellt habe: Wieso klappt es in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Volkswirtschaftlich gesehen stehen wir vor dem Problem, dass wir immer älter werden und keine (besser zu wenig) Kinder bekommen.

Da sollte man doch annehmen, dass Staat und Unternehmen sich da mal zusammensetzen und etwas dagegen tun. Aber statt dessen gibt es zu wenig Kita-Plätze und diese können sich normalsterbliche kaum für mehr als ein kind gleichzeitig leisten. Und man sollte doch annehmen, dass in Zeiten von VPN-Zugängen, Video-/Telefonkonferenzen und Laptops es möglich sein sollte, sich die Zeit wirklich frei und felxibel einzuteilen.

Aber statt dessen stehen wir (als Frauen) Vorurteilen und Chefs ohne Vertrauen gegenüber, die freie Zeiteinteilung und die Kombination aus Beruf und Familie praktisch unmöglich machen (Siehe Ralfs Kommentar) und auch keine wirkliche Unterstützung von Staat besteht. Da bleibt tatsächlich eigentlich keine andere Möglichkeit als die Selbstständigkeit und die steht leider nicht jeder Frau offen.

Sehr geehrte Frau Diercks, vielen Dank dafür, dass sich bei diesem Thema engagieren und mit einem guten Vorbild voran gehen. Denn eigentlich sollte in einem Vorstellungsgespräch nicht die Frage lauten „Wie machen Sie das mit Ihrer Familie?“ sondern „Was bieten Sie mir, dass ich trotz Familie einen guten Job machen kann?“

Vater von vier Kindern, Eltern beide vollberuflich

04.08.2014

Traurig aber so ist es. Und es kann nicht sein, dass Selbstständigkeit die einzige flexible Option ist?

Hier kann man Thüringen noch als gutes Beispiel für gute Kinderbetreuung nennen. Leider aber teils im Rückbau unter Verweis auf die „alten“ Bundesländer…

Dorothea Horst

04.08.2014

Hallo,

Danke für den tollen Text.
Sie sind beiweitem nicht die einzige der es so geht. Zusammen mit einer Rechtsanwältin ( 2-fach Mutter, in Konzern tätig ) und einer Brand Managerin betreibe ich eine Online-Community namens „Oh my Job!“ für „Frauen mit Karriere“ (das Wort Karrierefrau traut man sich ja gar nicht zu benutzen) – unsere Mitglieder besprechen täglich Situationen, wie die, von denen Sie berichten und beraten einander in der von Ihnen geforderten Weise, gerade weil die Sandbergs und die Von der Leyens zu weit entrückt sind. Ich werde diesen Artikel jetzt sofort auf unserem Forum teilen und bin sicher, unsere Userin werden Ihnen begeistert zustimmen.

Eva de Wilde

05.08.2014

Liebe Frau Diercks,
ich bin Mutter von 3 Töchtern, 2 mittlerweile schon erwachsen und kann Ihnen nur zustimmen! Der Artikel ist super geschrieben und danke, dass Sie uns einen ehrlichen Einblick gewähren. Ich bin heute auch selbständig und mein Mann arbeitet in einem internationalen Konzern. Hier herrscht schon viel „neues Denken“ und die alte Präsenzkultur gibt es da nicht mehr, d.h. er kann viel Arbeit von wo auch immer machen. Ja, und ich teile Ihre Meinung, dass nicht nur Frauen ein Problem haben, sondern dass es viele Väter gibt, die auch eine andere Vorstellung von Vater-sein haben, als bisher gewohnt. Sie wollen ebenfalls Zeit haben und ihre Beziehung zu den Kinder aufbauen und leben können. Deshalb sehe ich gerade hier, neben den institutionellen Rahmenbedingungen, eine ganz wichtige Fragestellung für jedes Paar: wie können WIR beides leben? Wie sieht unser Traum von beruflichen und familiären Leben aus? Als Coach erlebe ich leider in meiner Praxis noch sehr häufig, dass Frauen sich entweder die Kinderfrage allein und/oder viel zu früh stellen! d.h. die Weichen für eine schöne berufliche Laufbahn zu früh stellen und sich „beschneiden“, weil sie irgendwann ja mal Kinder wollen und dann dieses oder jenes nicht möglich ist…. Das hat Frau Sandberg schön beschrieben, es ist früh genug, den Kurs zu ändern, wenn das Kind unterwegs ist oder da ist! Aber bis dahin, hat frau jedenfalls gute Karrierewege eingeschlagen und ist dann eher in einer gestaltenden Position. Also, ich kann Ihnen nur beipflichten: auf der Unternehmerseite ist es höchste Zeit was Beruf und Familie anbelangt im 21. Jahrhundert anzukommen und die geeigneten Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Den heutigen Eltern wünsche ich, die Chancen und Möglichkeiten unserer Zeit zu sehen und zu nützen und den Traum von einem freien, selbstbestimmten Leben auch mit Familie zu leben. Vielleicht können unsere Kinder dann auf entsprechende role models zurückgreifen! Liebe Gruß aus Wien

Clemens

05.08.2014

Zuerst einmal stimme ich Ihnen grundsätzlich zu. Es kann nicht sein, dass nach wie vor nur die Frauen sich mit dem Thema Beruf und Familie auseinander setzen müssen und die Männer nicht mit einbezogen werden. Es müssen Grundlagen geschaffen werden, wo Männer und Frauen gleichberechtigt sind und Männer eben auch die Möglichkeit haben, sich der Familie zu widmen. Ausserdem ist es notwendig, den Beruf der „Mutter“ oder des „Vaters“ wieder zu schätzen, zu achten und zu schützen.
Letztendlich müssen wir aber auch lernen Prioritäten zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. Es ist nicht Aufgabe des Arbeitgebers unsere Wünsche zu erfüllen oder das Gewissen zu beruhigen. Manchmal kann man eben nicht alles haben.
Vielleicht sind die Familien, die Prioritäten setzen und Entscheidungen fällen auch mal gute Vorbilder. Wo einer von beiden – und ich kenne einige Familien, wo der Mann sich um die Familie kümmert – seinen Beruf hinten anstellt und die Familie zusammenhält. Verkneifen wir uns mal das mitleidige „Ach, nur Hausfrau?“ oder „Ach, Sie haben keine Kinder?“ gegenüber Paaren, die sich für Karriere entschlossen haben.
Und man kann auch einen erfüllenden Beruf haben, ohne dass man Marketing-Chef/in oder Vorstandsvorsitzende/r wird. Mehr noch als auf Kinderbetreuung, kommt es auf die Einstellung an mit der man die Dinge angeht. Jeder hat die Wahl. Lasst Euch nicht stressen.

MomPower

12.08.2014

Liebe Frau Diercks,
die Wahlmöglichkeit zu haben, einerseits zuhause zu bleiben solange es für die eigene Familie gut ist und andererseits die Chance zu erhalten, qualifikationsentsprechend wieder arbeiten zu gehen, wenn es gewünscht wird, muss tatsächlich das Ziel sein. Oftmals sieht die Realität anders aus. Nicht nur wird den Müttern (und Vätern) die sich für eine Familienzeit zuhause entscheiden sozialer Druck gemacht. Es gibt auch nicht genügend familienkompatible Arbeitsplätze auf dem Stellenmarkt für die Zeit danach! Dabei ist nicht nur die Quantität sondern auch die Qualität dieser Arbeitsplätze entscheidend. Oftmals werden Teilzeitkräfte zum Beispiel nicht so in Arbeitsabläufe einbezogen, wie sie es sich wünschen würden. In unserer Leistungsgesellschaft werden nicht-monetär messbare Werte und Erfolge unzureichend anerkannt. Und dazu gehört Familie nunmal. Wir sind gespannt, wie lange der Paradigmenwechsel dauert, damit Deutschland auch in Sachen Vereinbarkeit wirklich wettbewerbsfähig wird. Viele Frauen gehen bis dahin ihren eigenen Weg, das finden wir sehr spannend und bewundernswert!
Herzliche Grüße
Cathrin Eggers
MomPower

Nima Ashoff

16.08.2014

Hallo,
Nora Maria Mayr hat mich darauf hingewiesen, dass mein aktueller Artikel „Du kannst alles! (aber willst du es auch?)“ thematisch sehr gut hierhin passen würde.

Wie überwinde ich einschränkende Gedanken und Ängste?
Ich stelle euch neun Schritte vor, mit denen dies möglich ist.
http://www.adios-angst.de/du-kannst-alles-aber-willst-du-es-auch/

Viel Spaß und Erfolg!
Herzliche Grüße
Nima

Markus Gerharz

19.08.2014

Hallo Frau Dierks,

hoffe wirklich, dass Ihr Aufruf an die Chefs und Personaler dieses Landes fruchtet. Meine Frau (ebenfalls Juristin) und ich machen leider auch sehr ernüchternde Erfahrungen. Die Betreuungssituation in Köln ist eine Zumutung, wollen beide Eltern voll arbeiten. Wir haben nach einem Jahr entschieden, dass eigentlich nur ein oder sogar zwei Jobwechsel helfen. Aber selbst hier entpuppen sich dann als Teilzeitausgeschriebene Jobs im Gespräch mit dem Personaler als „doch eher Vollzeit“.

Höchste Zeit, dass sich was dreht

JaZs

20.08.2014

Wirklich sehr toller Artikel! Ich würde mir wünschen, dass er etwas bewirkt. Aber hier im konservativen Bayern sicher so schnell nicht… Also werde ich junge Mutter mit akademischen Grad einfach verzweifelt weiter suchen. Wobei ich mich derzeit eher schon putzen gehen sehen statt in meiner gelernten Profession zu arbeiten. Aber Danke liebe Frau Dierks für diesen Artikel, es hilft zu lesen, dass man nicht allein ist!

JaZs

20.08.2014

Wirklich sehr toller Artikel! Ich würde mir wünschen, dass er etwas bewirkt. Aber hier im konservativen Bayern sicher so schnell nicht… Also werde ich junge Mutter mit akademischen Grad einfach verzweifelt weiter suchen. Wobei ich mich derzeit eher schon putzen gehen sehen statt in meiner gelernten Profession zu arbeiten. Aber Danke liebe Frau Diercks für diesen Artikel, es hilft zu lesen, dass man nicht allein ist!

Michael Schmieger

20.08.2014

Genau der letzte Satz trifft des Pudels Kern. Es bedarf einfach (das sagt sich allerdings leichter als es stattfindet) des Umdenkens. Und sagen wir mal so: Wer das nicht schafft hat auch die konzentrierte Power und Kreativität dieses Typus Mitarbeiter nicht verdient. Sollen die sich weiter mit high potentials (high blendern) rumschlagen.
Beste Grüße
Michael Schmieger

F. M.

20.08.2014

Ich kann die Ereignisse in Ihrem Bericht zwar nachempfinden, möchte aber einen zusätzlichen Aspekt in die Diskussion einbringen:

Als Mann war ich mehrere Jahre lang mehr „Hausfrau“ als meine Ex, weil sie den stabileren Job hatte. Dieser „Karriereknick“ wirkt bis heute nach, und zusätzlich werde ich ständig von quotenbewussten Feministinnen gepiesackt.

Gunther Schmidt

20.08.2014

Liebe Frau Kollegin,

ich wünschte mir mehr junge Frauen, die sich so selbstbewusst wie Sie Ihren eigenen Lebensraum schaffen. Ich glaube aber manchmal, unsere Generation erwartet zu viel von „Gesellschaft“ und Politik. Sie leben es doch vor – es kostet Mut und große Anstrengung, sich seinen eigenen Lebensraum zu verwirklichen. Aber es klappt – und dann sind alle glücklich. Meiner Frau und mir gelingt das mit unseren drei Kindern auch. Die Gesellschaft fängt in den Familien an. Und wenn mehr junge Familien Ihrem Vorbild folgen und sich ihre eigenen Rahmenbedingungen schaffen, ändert sich die Gesellschaft. Die „Politik“ ist dazu nicht fähig. In meiner Sozietät gilt jedenfalls das Motto: Wenn eine junge Frau ein Kind bekommt, ist das genau richtig und wird auf allen Ebenen und mit allen Mitteln unterstützt. Auch wenn das vielleicht den Gewinn der Partner minimal beeinträchtigt, haben wir alle das Gefühl, gut zu investieren. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Mut, Glück und Erfolg!

Romy Fuchs

20.08.2014

Ich wünscht wirklich die Firmen würden wie Sie denken. Danke für Ihren Zuspruch!

Anja Worm

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
Ihr Artikel trifft genau ins Schwarze. Ich war die ersten 8 Jahre mit Kind und alleinerziehend angestellt tätig. Dies war nur möglich, weil ich die Unterstützung meiner Eltern hatte, die täglich nach 16 Uhr und bei Krankheit einsprangen. Jetzt bin ich seit 13 Jahren selbstständig tätig und es – neben vielen anderen Herausforderungen, die natürlich bleiben – viel einfacher, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herzustellen. Mit meinem zweiten Sohn habe ich viel mehr Quality Time gehabt. Gearbeitet habe ich zwar mehr, aber die Einteilung war eine ganz andere.
Besonders berührt hat mich Ihre Rückfrage beim Vorstellungsgespräch, ob sie diese Frage auch Männern stellen. Genau das ist der Punkt. Selbst bei den Frauen hat dieses Umdenken im Kopf noch nicht stattgefunden, dass beide Partner gleichberechtigt an der Kindererziehung und -pflege beteiligt sein sollten. Herzlichen Dank für diesen guten Artikel. Anja Worm

Gero Peters

20.08.2014

Sehr geehrte Frau Diercks,

toller Artikel, wahre Worte gelassen ausgesprochen. Ich habe das Y-Chromosom, bin Projektmanager in der IT und erlebe es immer wieder, dass Frauen in Bewerbungsgesprächen besonders von ‚den Personalern‘ mit genau solchen Fragen wie: „Wie wollen Sie Kind und Beruf miteinander vereinbaren?“ diskriminiert werden. Das sollte sich ‚mal jemand in den USA trauen! Da gibt es bei Bewerbungen kein Alter, kein Geschlecht, keine Religion, keine sexuelle Ausrichtung, keine Hautfarbe.
Was ich aber viel schlimmer finde, ist die Vogel-Strauß-Haltung unserer Berliner Regierung: Einerseits: Wir brauchen Kinder! – Andererseits: Ganztägige Kinderbetreuung / -schulen: flächendeckend Fehlanzeige.
Aber die ‚Rechnung‘ kommt in den nächsten Jahren, vielleicht noch in der nächsten Dekade.
Und ich persönlich quäle mich tagtäglich über die Autobahnen des Ruhrgebietes, verfeuere Liter auf Liter fossile Brennstoffe, nur um dann im Büro die Tätigkeiten zu verrichten, die ich per Rufumleitung und Heimarbeitsplatz mit VPN-Zugang zur Firma (den ich auch noch habe), ebenso zuhause leisten könnte.“Unnötige Präsenzkulturen“? Exakt!

Nicole Schreier

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,

vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Er trifft es punktgenau.

Herzliche Grüße einer dreifachen Mutter,
Nicole Schreier
wwwthewritedirection.de

Tina Cogin

20.08.2014

Warum müssen sich Frauen immer wieder dafür feiern (lassen), dass sie aus purem Egoismus ihre berufliche Selbstverwirklichung zu Lasten des Kindeswohls durchsetzen.

Ein Kind braucht seine Mutter, die idealerweise auch noch in einer harmonischen Partnerschaft mit dem Kindsvater lebt, und keine Ganztagsbetreuung durch irgendwelche verkrachten Pädagogen.

So haben wir nicht nur das demographische Problen selbst erschaffen, wir züchten damit auch eine Generation heran, die weder Werte noch Moral kennt, sondern denen Besitz, Egoismus/Narzismus und der eigene Profit um jeden Preis wichtiger sind als Anstand.

Bravo!

Martin

20.08.2014

Vielen Dank für diesen Artikel – „ist das Leben mit Kindern eben einfach rosarot und glitzert, auch wenn ständig Rotze drüber läuft“ – genau so ist es, eine sehr schöne Beschreibung.
Meine Frau und ich versuchen auch Familie und Beruf zu vereinen. Wir wohnen auf dem Ländlichem, da ist es vermutlich etwas schwieriger. Und der mir zugetragene strafende Blick dieser ländlichen Über-Müttern mit der Frage: „Wie kann ich als Vater es zulassen, dass meine Frau arbeiten gehen muss – ob ich nicht genügend verdiene und beide Gehälter notwendig seinen…???“ Doch das dies die freie Entscheidung meiner Frau ist und meine Frau es sich selbst so wünscht, das gilt fast unglaubwürdig…

Carsten Raabe

20.08.2014

Liebe Frau Dierks,

vielen Dank für diesen mutigen Artkel. Und ich stimme Ihnen als leidenschaftlicher Papa (3 Kinder) und engagierte, familienorientierte Führungskraft uneingeschränkt zu: Es ist heute noch eine Herausforderung und vielerorts leider nur ein Lippenbekenntnis, Familie und Beruf für Mama und Papa gut unter einen Hut zu bringen. Auch in Hamburg ist diesbzgl. noch ein gutes Stück zu gehen.

Home Office, mobile Arbeitsmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten sind ein guter Anfang – aber noch wichtiger ist als Führungskraft das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter bzgl. eines verantwortungsvollen Umgangs damit ;-)

Beste Grüsse,
Carsten Raabe

Katharina Rebber

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
vielen Dank für diesen tollen Artikel. Sie haben mir aus der Seele gesprochen/geschrieben. Ich selber bin selbständig und vor 8 Monaten Mutter geworden. Die Selbständigkeit resultiert eben aus den von Ihnen beschriebenen Gründen. Mit meiner Finanzberatung von Frau zu Frau habe ich mich bewusst positioniert um Frauen zu unterstützen, die weg von diesen vorgefertigten Meinungen wollen und ihren eigenen Weg bestreiten wollen.
Es ist sehr schade das Frauen immer wieder gegen Vorurteile kämpfen müssen. Ob mit oder ohne Kind, es ist doch gerade bei Frauen eine ganz bewusste Entscheidung. Traurig das frau sich dafür immer wieder rechtfertigen muss. Aber immer wieder toll zu erfahren wie Frauen ihren eigenen Weg finden.
Liebe Grüße,
Katharina Rebber

Anita

20.08.2014

Danke für den tollen Artikel. Ich, selbst Mutter, die es auch geschafft hat, Familien und Beruf mit viel Einsatz und viel Glück zu vereinbaren, vertrete voll Ihre Denkweise, als Personaler auch in der täglichen Praxis, selbstverständlich auch unter Fachkollegen/-innen und Führungskräften. Es ist noch viel zu tun…Herzliche Grüße!

Marion

20.08.2014

Flexibilität bedeutet leider immer noch: die Flexibilität des Arbeitnehmers – selten des Arbeitgebers. Wie man alles jongliert, ist dann irgendwie egal, Hauptsache die Arbeit kommt nicht zu kurz! Wir haben das Problem anders gelöst, aber nicht weniger problematische Konsequenzen erlebt. Mein Mann blieb aus ökonomischen Gründen zu Hause und hat unseren Sohn betreut. Da er keinen deutschen Abschluss hat, hätten wir sein komplettes Gehalt für eine Betreuung ausgegeben und unser Kind von jemand fremden erziehenn lassen. Die Konsequenzen daraus sind: ein tolles Kind, das ein gutes Verhältnis zu seinem Vater hat. Ein Vater, der Dinge erleben durfte, die für Männer ungewöhnlich sind.
Aber, was er sich anhören musste, als er wieder auf Arbeitssuche ging, das steht auf einem anderen Blatt. Teilzeit für Männer gibt es fast gar nicht – was bei den Grundschulzeiten (bis maximal 13h) sowieso schwierig zu meistern war. Also blieb er länger zu Hause, als gedacht und hat sich weiter gebildet. Aber letztendlich hat er die Lücke im Lebenslauf, die bei einem Mann noch weniger gut angesehen wird, als bei einer Frau.
Ja, wenn man all die tollen Schlagwörter hört, die in den Medien auftauchen, denkt man, wir wären schon längst weiter – aber eigentlich sind wir in den letzten 10 Jahren nur minimalst voran gekommen.
Alles in allem eher ein frustrierendes Thema und oft nur von Frauen diskutiert – obwohl es ja alle betrifft. Aber die Herren in den Entscheider-Ebenen sind halt immer noch sehr konservativ und können offensichtlich nicht aus ihren Denkprozessen ausscheren und etwas Neues probieren. Egal, wie logisch die Vorschläge klingen: man landet immer wieder bei der Präsenz und dem alten Rollenmodell….

Barbara

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
vielen Dank für Ihren tollen Artikel, der sich mit einem meiner Lieblingsthemen beschäftigt…
Ich selbst war 15 Jahre lang alleinerziehend und immer berufstätig und kenne den Spagat, den man täglich hinlegt, nur zu gut.
Dennoch … ich würde es immer wieder so machen und bin stolz auf meine Unabhängigkeit!
Was mich traurig macht, ist meine Wahrnehmung einer neuen, jungen Generation von Frauen, die gerade fertig studiert haben und sich keine oder viel zu wenig Gedanken über dieses Thema machen, aber viel eher dazu tendieren zu heiraten und ganz traditionell „wie früher“ zuhause zu bleiben und sich versorgen zu lassen, ohne Plan und ohne Vorstellung, was die vielen Konsequenzen hieraus sind. Wofür haben Frauen meines Alters so viele Jahre und Jahrzehnte gekämpft? Doch nicht hierfür!
Ich vermisse den Kampfgeist und auch das Bewusstsein der heutigen ganz jungen Frauen, wenn es um das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ geht.
Schade, dass sie so blauäugig sind und dass scheinbar Bequemlichkeit über der Realität steht.

Marc Mertens

20.08.2014

Hallo Frau Diercks,

ich musste an einigen Stellen des Artikels sehr schmunzeln und an anderen war mir nach Schreien zumute.

Als Vater zweier Söhne kann ich hier übrigens die Gleichberechtigung hochhalten, denn ich erinnere mich, dass nur das Erwähnen einer Krankheit meiner Kinder und dessen umgehender Betreuung durch mich, die berühmte „Ausstiegsklausel“ im Bewerbungsgespräch in Gang setzte.

Kinder sind kein Problem für Unternehmen, Konzerne oder Präsenzpflichten oder Minderleistung von Mitarbeitern (m/w)! Sie sind eine Bereicherung der Kultur, unsere Zukunft (auch für die Unternehmen) und ein Ausgleich für so manch sinnlosen Schmarrn in der Arbeitswelt!

Vielen Dank für den pointierten Artikel und freue mich auf die weiteren von Ihnen. Weiterhin viel Erfolg und Grüße aus Bayern.

Karl Friederichs

20.08.2014

Ein überzeugender Aufruf der Kollegin, der aber kaum etwas daran ändert, dass Unternehmen das Thema totschweigen oder „Familienfreundlichkeit“ vortäuschen aber „Familie statt/oder Karriere“ praktizieren. Habt Ihr mal darüber nachgedacht, eine „Checkliste Familienfreundlichkeit“ zu verbreiten und den Unternehmen vorzulegen ? Das könnte vielleicht öffentlichen Druck aufbauen.

Christian

20.08.2014

Danke für den schönen Artikel. Als Mann, der sich die Kinderbetreuung (inzwischen ist Nummer 2 eingetroffen) mit seiner Frau halbe-halbe teilt bin auch ich auf diverse Widerstände gestoßen. Der Blick des Chef auf die Ankündigung hin 7 Montate Elternzeit und in der Zeit dazwischen Teilzeit auf 80% war göttlich. Wirklich wehren konnte er sich auch nicht, da bei uns zum Glück Heimarbeit über VPN kein Problem darstellt und auf Begründung her auch genehmigt wird. So konnten wir die Elternzeitblöcke (einmal drei, einmal vier) gemeinsam nutzen und trotzdem in den 2-3 Monatsblöcken dazwischen „am Ball bleiben“. Nebenbei steht jetzt der Beweis, dass selbst „Consulting“ in Teilzeit mit 2-3 Präsenztagen die Woche problemlos möglich ist. Ich denke, in jeder Firma werden Vorreiter gebraucht die sich ihr Modell durchkämpfen und den Chefs die Belege liefern, dass es eben auch anders funktioniert.

Deutschland ist hier leider mit seinen historischen Firmenkulturen ins Hintertreffen geraten. Mein Bauchgefühl sagt mir aber es ändert sich was: Mein zukünftiger Arbeitgeber hatte keine größeren Schmerzen damit, unser Elternzeitmodell fortzuführen. Und glücklicherweise passen auch die Kitas vor Ort sowohl inhaltlich als auch zeitlich.

Ich hoffe blos, dass unsere tolle Landesregierung es bis in 5 Jahren endlich hinbekommt, flächendeckend Ganztagsschulen mit vernünftigem Programm anzubieten. Sowas hätte ich mir für uns seinerzeit auch schon gewünscht.

Alles in allem hilft oft auch ein Blick über die Landesgrenzen hinweg. In Frankreich war Familie und Beruf für beide Partner nie ein größeres Thema; Die Infrastruktur steht dort einfach schon.

Torsten Neumann

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,

herzlichsten Dank für die realistische Darstellung unserer Verhältnisse für Mütter in Deutschland.
Leider erleben wir dieses zur Zeit am eigenen Leib, und meine Frau leidet unter diesem Zustand sehr.
Vor den Kindern als erfolgreiche Großfilialleitung erfolgreich im Berufsleben eingebunden, bekommt sie heute nicht einmal mehr eine Anstellung als einfacher Verkaufskraft.
Hunderte Bewerbungen ohne folgende Anstellung schlagen aufs Selbstbewusstsein, wo ist in diesem Land die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf geblieben die so oft gepriesen wird. Heute nach der Erziehungsauszeit können wir die Partnerschaften verstehen die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, dies soll nicht gegen unsere Kinder zu verstehen sein, nein unsere Kinder sind eine Bereicherung für unser Leben wie es keine weitere gibt.
Aber leider ist es eine Entscheidung Kinder oder Job.
Wir sollten uns in Deutschland ein Beispiel an unseren Nachbarstaaten nehmen in denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelebt wird.

Nina Diercks

20.08.2014

Liebe Kommentatoren,

herzlichen Dank für das viele Feedback auch an dieser Stelle. Vor allem für die oft berührenden persönlichen Einblicke. Ich freue mich sehr, dass der Artikel auf solche Resonanz trifft. Ich war im Urlaub bzw. bin sogar noch im Urlaub und komme erst heute dazu mir das alles in Ruhe durchzulesen.

An dieser Stelle jedenfalls schon mal ganz herzlichen Dank! :-)

Nina Diercks

Alice

20.08.2014

Ein toller Artikel! Sie sprechen mir aus der Seele. Seitdem ich nun meine 2,5 jährige Tochter habe ist es in der Arbeitswelt sehr frustrierend für mich geworden. Ich habe zwar mit Veränderung gerechnet, aber dieses Ausmaß war mir zuvor nicht bewusst. Und auch wenn der Staat nicht alles übernehmen kann, so sollte er schnellst möglich, wie ich finde, Mütter/Teilzeitkräfte attraktiver für Arbeitgeber machen, bzw. sollte es kein finanzieller Nachteil für den Arbeitgeber sein Mütter zu beschäftigen. Das ist ein großes Problem vor allem für mittelständische Unternehmen (welches ich auch nachvollziehen kann). Ich glaube, das damit schon ein großer Schritt in die richtige Richtung getan wäre. Letzendlich zählen Zahlen, das Appelieren an die Unternehmen wird heutzutage nicht mehr ausreichen.
Ich empfinde es als große Ungerechtigkeit die vielen Müttern wiederfährt. Ich wollte immer arbeiten und ich mag verantwortungsvolle Aufgaben, vorallem das war als Mutter für mich nicht mehr möglich. Ich habe große Kunden betreut mit hohen Budgets, nach meiner Rückkehr in die Firma nach der Elternzeit durfte ich all das nicht mehr. War immer eine Springerkraft (immer gutgenug, wenn jemand ausgefallen ist), durfte Urlaubsanträge bearbeiten und die Reifen meines Chefs verkaufen. Das ist schon sehr frustrieren. Die beiläufige Aussage, das „Frauen bei der Geburt auch ihr Gehirn mit ausgebären“… da fehlten mir die Worte. Mit solchen Menschen kann man auch nicht sprechen, das macht gar kein Sinn.
Den Job zu wechseln mit einem damals noch 1,5 jährigen Kind, schien unmöglich (zumindest sind das meine Erfahrungen, und ich habe wirklich nach allen möglichen Jobs geschaut wie „Frühstücksdienst im Hotel“, selbst da war eine Mutter ein zu großer Risikofaktor im Vergleich zu anderen Bewerbern). Es war berugflich eine harte Zeit. Ganz zu schweigen davon, dass zu Hause dann doch das meiste an der Frau hängen bleibt und ich auch da einen Kampf zu kämpfen hatte (es gibt noch genug junge Männer, die das klassische Rollenverteilungmodell begrüßen).
Es gibt noch viele kleine Geschichten, die ich aus der Zeit erzählen könnte. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe meinen Job verloren, auch die Arbeitsvermittlung sieht nicht viele Möglichkeiten für Mütter mit so einem kleinen Kind. Ich bin nun alleinerziehende Mutter und versuche mit aller Kraft nicht irgendwann auch noch vor dem Problem der Altersarmut zu stehen. Auch ich versuche es gerade mit einer selbständigen Tätigkeit, zum einen, weil ich kaum eine andere Möglichkeit für mich gesehen habe. Aber zum andren, wollte ich das immer gerne schon mal probieren (ich hätte mich nur gerne nich gezwungen dazu gefühlt). Ob ich davon langfristig leben kann, wird sich zeigen. Davon bin ich noch weit entfernt! : )

Ilse Eichler

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
Danke für Ihre offenen Worte und Ihren Mut, diese hier zu äußern.
Eine Sache ist Recht zu haben – eine andere Recht zu bekommen. Das Problem sind die Vor-Verurteilungen im Kopf, die weit verbreitet sind. Da gibt es noch vieles, was an Sensibilisierung und veränderter Wahrnehmung zu leisten ist.
Dafür ist zunächst eines unabdingbar: der Wille zum Umdenken.
Und da wird von uns Frauen noch einiges abverlangt. Nämlich das wir nach wie vor für unsere Rechte eintreten, diese einklagen, die Nichteinhaltung anprangern; und unsere Kinder sehr bewusst erziehen, damit keine unreflektierten Muster weitergegeben werden.
Eine komplexe, sehr vielschichtige, große Aufgabe, für die es sich lohnt, wach zu bleiben.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihren weiteren Weg.

Herzliche Grüße nach Hamburg
Ilse Eichler

Olaf

20.08.2014

Auch bei uns war die Lösung die Selbstständigkeit. Als Programmierer konnte ich es mir leisten von zu hause zu arbeiten. So habe ich den Part der Mutter übernommen und meine Frau konnte ungehindert ihrer Karriere folgen. Und ganz ehrlich, ich bin sehr froh über diesen Schritt. Ich bereue nicht, unsere Kinder gepflegt zu haben, wenn sie einmal krank waren, habe sie gewickelt, auf dem Spielplatz gespielt und im Kinderwagen geschoben. Was kann es schöneres geben, auch für mich als Vater. Hilfreich war natürlich auch die 6-18 Uhr Kita ohne Ferienschließung und die Ganztagsschule hier in Berlin. Inzwischen sind die Kinder groß und benötigen unsere Rund-um-die-Uhr-Betreuung nicht mehr. Es sind also eigentlich nur 10 Jahre zu überbrücken.

peter

20.08.2014

Ich bin Unternehmer und ich sage Ihnen jetzt, warum ich keine Frauen einstelle (bzw. nur für nicht-neuralgische Positionen): neben dem schon erwähnten Ausfallrisiko bei vorhandenen Kindern, kommt noch das Risiko einer noch nicht abgeschlossenen Familienplanung hinzu. Und außerdem noch das Risiko, dass die eingestellte Frau nach 8 Wochen mit Kopftuch rumläuft. Konzerne können das gerne anders machen, ich (und andere Mittelständler hier im Raum) machen das jedenfalls so.

Channa Mizrachi

20.08.2014

Einfach nur ein grosse „Danke!“, total aus der Seele gesprochen!

Christina Hartmann

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
vielen Dank für diesen leider sehr zutreffenden Artikel. ich weiß aus eigenen Erfahrungen, dass Recht haben und Recht bekommen nicht immer das Gleiche ist. Ich selber bin Mutter eines 4,5-jährigen Sohnes und habe z.B. nach der 12-monatigen Elternzeit keine Möglichkeit bekommen in Teilzeit zurückzukehren und bin somit mit 100% wieder eingestiegen. Mit der Kinderbetreuung war es auch nicht wirklich einfach; ich habe an dem Tag als ich wußte, dass ich schwanger bin, mein Kind für eine Ganztages-Kita angemeldet. ( ich habe trotzdem den Platz nur durch Beziehungen für mein Kind bekommen; als er 11 Monate war )
Mein Mann hat den Kommentar seines Chefs gehört- denke ja nicht daran, auch in Elternzeit zu gehen – komme mir nicht mit Gesetzen …
Trotzdem klappt alles bei uns echt gut; allerdings mit Hilfe der Familie, lieben Freunden und viel Einsatz. Aber es lohnt sich!

Herzliche Grüße aus Karlsruhe nach Hamburg,

Christina Hartmann

Heike

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
danke für Ihren Artikel, der es in jeder Hinsicht auf den Punkt bringt. Ich – keine Kinder – war vor kurzem auf Jobsuche (Medienbranche). Und was ich mir hier anhören durfte war schlicht und ergreifend nicht mehr tragbar! Mein Fazit vorweg: ich, sehr gut ausgebildet (Studium, Berufserfahrung etc.), Ende 30, keine Kinder hiess in vielen Fällen: Auf Wiedersehen! Begründung: sie haben zu viel Berufserfahrung, wie ein Gehalt wollen Sie auch noch usw. Einen ganz wichtigen Punkt finde ich auch noch, dass Männer in Chefpositionen gerne ihre Frau und Kinder „vorführen“. Ist aber eine seiner Mitarbeiterinnen schwanger, wird das dann schon nicht mehr als freudiges Ereignis gesehen. Es muss sich hier dringend in den Unternehmen UND in den Köpfen von (männlichen) Führungskräften etwas ändern. Die aktuelle Situation fühlt sich für Frauen nämlich schon lange nicht mehr nach Gleichberechtigung an! Grüße nach Hamburg, Heike S.

Birgit

20.08.2014

Liebe Frau Diercks,
Ihr Artikel beschreibt die Situation genau so wie sie ist und Ihre Erfahrungen decken sich zu 100% mit meinen. Nur das ich leider nicht die Möglichkeit hatte/ habe, mich durch Selbstständigkeit daraus zu befreien. Gerade wieder hat eine top qualifizierte und erfahrene Kollegin einen intern ausgeschriebenen Job nicht bekommen. Begründung: Sie sei alleinerziehende Mutter von 2 Kindern und würde das nicht schaffen. Natürlich werden offiziell andere Gründe genannt. Ein kinderloser Kollege ohne jegliche Erfahrung bekam den Job. Sein mangelhaftes Führungsverhalten bekommen wir nun jeden Tag zu spüren, denn er wurde unser Vorgesetzter. Und das alles passiert im Jahr 2014 in Deutschland bei angeblichem Fachkräfte-Mangel… Traurig.

Liebe Grüße
Birgit

Mary

20.08.2014

In Deutschland ist es leider bei vielen Dingen so – der Wert eines Menschen bemisst sich nach seinem direkten Beitrag zum Bruttosozialprodukt oder zum Deckungsbeitrag des Unternehmens, in dem er arbeitet. Viel da sein hilft viel. Was für ein Unsinn! Und was für ein Armutszeugnis! Alle Personaler und Führungskräfte, die solch unqualifizierte Aussagen von sich geben, sollten sich fragen, ob sie möchten, dass ihrer eigenen Freundin/Frau/Tochter/Mutter/Schwester etwas ähnliches wiederfährt. Zum Glück habe ich ein Unternehmen erwischt, in dem Teilzeitmütter geschätzt werden und als Leistungsträgerinnen sehr anerkannt sind. Denn wir „Mamis“ sind ohne Ende dankbar für die fairen Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit, auch einmal Homeoffice zu machen, wenn ein Kind krank wird (dann bleibt auch nichts liegen). Wir sind dankbar, nicht automatisch degradiert zu werden und stumpfsinnige Dinge tun zu müssen, nur weil wir Kinder haben. Unsere Dankbarkeit bringen wir durch Leistungsbereitschaft, Verlässlichkeit und absolute Loyalität zum Ausdruck. Sagen nicht wir, sondern unser Chef. Ich wünschte, andere Vorgesetze würden sich eine dicke Scheibe von ihm abschneiden. Sie würden gut fahren damit.

H. D.

20.08.2014

Liebe Nina, schön geschrieben. Auch als Vater ringt man bei vielen Arbeitgebern trotz anderslautender Imagewerbung mit leidigen Traditionen.

Als mit Betreuungsanbeboten relativ gut ausgestatteter Randberliner und Mitarbeiter eines bei diesem Thema sehr fortschrittlichen Arbeitgebers fühle ich mich da gleich doppelt privilegiert. Mancherorts scheint ja immer noch viel Rückrat, aber eben auch der männliche Wille zur selbstverständlichen Inanspruchnahme von Elternzeit und sonstigen Kind-bedingten Abwesenheiten zu gehören. Zum Teil stehen auch die Rollenbilder des eigenen Partners und finanzielle Aspekte einer gerechteren Aufteilung von Broterwerb und Erziehung im Wege.

Meiner Frau würde es vermutlich nicht einmal in den Sinn kommen, Ihren interessanten Beruf aufzugeben oder erheblich einzuschränken. Die Rabenmutterdebatte ist ohnehin ein ausgesprochen (west-)deutsches Phänomen, das anderswo oft nicht einmal eine sprachliche Entsprechung finden dürfte.

M. Pfeiffer

20.08.2014

Der Text spricht mir aus der Seele. Die Inflexibilität meines Arbeitgebers hat mich vor 3 Jahren in den Betriebsrat getrieben, um von dort aus an flexibleren Arbeitszeiten und der Möglichkeit zum Homeoffice zu arbeiten. Und siehe da, ich war die erste und Viele folgten nach und zwar ganz offiziell ohne „das machen wir entre nous“…

Übrigens auf die Frage: „Was machen Sie mit Ihren Kindern?“ habe ich nicht nur einmal geantwortet: „Die kette ich morgens immer bei Wasser und Brot vor dem DVD Player an.“

Daniela R.

20.08.2014

Hallo,
Bin 37, Dipl. Wirt. Ing., Projektleiterin in der IT-Branche und in der 20. Woche schwanger. Ein Arbeitstier, dass trotzdem gerne zu Hause bleiben möchte, um sich um mein Kind zu kümmern.
Bin bis dato noch ratlos, wie es wird oder was ich wie lange tun werde, aber ich bin dankbar über solche Texte. Ich bin nicht alleinund vielleicht werden wir immer mehr, damit sich doch irgendwann mal etwas ändert.

Danke und Gruß
Daniela

Rebecca Labes

21.08.2014

Liebe Frau Diercks,

vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Dass es auch anders geht und es Unternehmen gibt, die sich das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur auf die Fahne schreiben, sondern auch leben, durfte ich am eigenen Leib erfahren! Meine Tochter wird nun bald ein Jahr alt und schon während der Elternzeit haben mein Mann und ich jeweils ca. eine halbe Stelle mit aller nötigen Flexibilität wie Anbindung von zu Hause, Teilnahme über Telefonkonferenzen und Webkonferenzen statt Präsenz u.v.m. gearbeitet. Und siehe da: Es funktioniert!!! Solche flexiblen Arbeitgeber haben dadurch automatisch die motivierten und mit hoher Eigeninitiative ausgestatteten Mitarbeiter!

v.berlin

21.08.2014

Liebe Frau Diercks,

leider haben Sie vollkommenen recht.
In dem Unternehmen in dem ich tätig bin wird auch von Familienfreundlichkeit gesprochen. Erwartet wird das man täglich von 9-18 Uhr anwesend ist. Andernfalls mangelt es an Motivation. Wer es doch anders lebt, dem werden Termine so gesetzt dass er lange Anwesenheit hat.

Und einen Job hab ich nach der Elternzeit erst gefunden, nachdem ich vertuscht habe, dass ich Ehefrau und Mutter bin.

Traurig sowas in einem Land zu erleben, welches ein demografisches Problem und einen Fachkräftemangel hat.

Susanne

21.08.2014

Liebe Frau Diercks,

wunderbar treffend, Ihr Artikel – und leider sehr traurig! Ich bin Mitte Dreißig, Akademikerin und auf Jobsuche – mit zwei Kindern in dem gleichen Alter wie Ihre. Die Situation frustriert mich manchmal derart, dass ich es bereue, Kinder bekommen zu haben. Eigentlich bin ich sehr gerne Mutter, ich liebe meine Kinder, aber als Mutter finde ich einfach keine Stelle, die einerseits meiner Erfahrung und Qualifikation entspricht und gleichzeitig in Teilzeit ausgeübt werden kann, mit möglichst flexiblen Arbeitszeiten! Traurig, dass so viele Unternehmen nicht die Chancen von Teilzeitkräften – auch gut qualifizierten – sehen.

Ich fühle mich keineswegs als Rabenmutter, ich glaube das ist tatsächlich eine eher westdeutsche Ansicht. Trotzdem weiß ich genau, wieviel Abwesenheit bzw. Arbeitszeit ich meiner Familie, meinen Kindern und auch mir zutrauen oder zumuten kann. Meine Entscheidung steht fest, ich möchte keine Vollzeitstelle, weil ich persönlich meine Kinder nicht von 6 bis 18 Uhr in eine Einrichtung geben mag! Dennoch verurteile ich niemanden, der sich dafür entscheidet.

Ich werde weiter suchen und auch in jedem Gespräch sorgfältig abklären, ob das Unternehmen bereit ist, mir ein Stück weit entgegenzukommen. Denn ich mag nicht jedesmal schief angesehen werden, wenn ich doch einmal zu Hause bleiben muss weil eines meiner Kinder akut krank ist.

Herzliche Grüße aus Brandenburg
Susanne

Friederike

21.08.2014

Ein wunderbarer Artikel, der den Nagel auf den Kopf trifft.

Mit 2 Kindern, akademischer Ausbildung und dem Willen, qualifiziert zu arbeiten, habe ich Ähnliches erlebt – unter weniger idealen Betreuungsbedingungen und ohne den Wunsch nach selbständiger oder freiberuflicher Tätigkeit.
Es war oft schwer und sehr anstrengend. Aber wir haben es geschafft – heute sind die Kinder mehr oder weniger groß.

Und lohnt sich die Mühe? Ja, auf jeden Fall! Kinder sind für mich ein Sinn des Lebens. Darauf zu verzichten wegen der schwierigen Umstände, die heutzutage und hierzulande (trauriger und skandalöser Weise) immer noch existieren? Da entginge einem so viel Glück!

An alle jungen Frauen und Männer, die sich fragen, ob oder wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen sollen: Vor allem mit Mut! Habt den Mut dafür zu kämpfen – mal für die Kinder, mal für die Berufstätigkeit, und permanent gegen die schwierigen Umstände und die ganzen männlichen und weiblichen Betonköpfe mit den dicken Brettern vor der Stirn. Es findet sich ein Weg, und es ist die Mühe wert, und es ist: die Zukunft!

Christiane Engel-Haas

21.08.2014

Sehr geehrte Frau Diercks, herzlichen Dank für diesen wunderbaren Text, der mir nicht nur sehr aus dem Herzen spricht, sondern auch viel mit meinen beruflichen Schwerpunkten zu tun hat. Als Fachlektorin und Agentin beschäftige ich mich in z. Zt. vor allem mit Themen der Arbeitswelt der Zukunft, dazu gehören auch neue Arbeitszeitmodelle und Gender Diversity In diesem Zusammenhang darf ich auf der letzten Publikation hinweisen, die ein Assessment-Verfahren für Unternehmen vorstellt, um Gender-Gerechtigkeit zu implementieren: http://blog.publiscience.de/gender-diversity-als-erfolgsfaktor-fur-unternehmen/ Mögen dies viele Manager zur Kenntnis nehmen.
Meine eigene Tochter ist inzwischen längst erwachsen, ich persönlich habe den Spagat zwischen Karriere und Kind somit erfolgreich bewältigt. Ich kann Ihnen nur sagen: es ist ein langer und anstrengender Weg, aber er lohnt sich!

Anne-Rose Sieland

21.08.2014

40 Jahre Spagat – das habe ich hinter mir als berufstätige Mutter und – natürlich – als gut ausgebildete Freiberuflerin, die ihren Beruf liebt und lebt. So traurig es ist, die Rahmenbedingungen haben sich seit Anfang der 80er kaum verändert. Die Denkstruktur der Verantwortlichen noch weniger. Ich hoffe, dass meine und Ihre Kinder es sein könnten, diese Krusten aufzubrechen. Hut ab vor den Frauen und Paaren, die diese Vielfachbelastungen auf sich nehmen!

Anne-Rose Sieland

21.08.2014

40 Jahre Spagat – das habe ich hinter mir als berufstätige Mutter und – natürlich – als gut ausgebildete Freiberuflerin, die ihren Beruf liebt und lebt. So traurig es ist, die Rahmenbedingungen haben sich seit Anfang der 80er kaum verändert. Die Denkstruktur der Verantwortlichen noch weniger. Ich hoffe, dass meine und Ihre Kinder es sein könnten, diese Krusten aufbrechen. Hut ab vor den Frauen und Paaren, die diese Vielfachbelastungen auf sich nehmen!

Christine

21.08.2014

Der Artikel ist sehr gut geschrieben und die vielen Kommentare dazu belegen es. Ich freue mich, dass es hier so viel Zustimmung gibt. Aber unsere Gesellschaft ist noch lange nicht dort, wo wir hier sie sehen wollen. Die Kommentare auf die Sendung 37 Grad „Frauen zwischen Kindern und Karriere“ zeigen es leider sehr deutlich.
für mich ist die Aussage entscheidend: „Wenn aber das alles bedacht und für sich persönlich abgewogen ist, dann soll jede(r) machen, was und wie er und/oder sie möchte. Zuhause bleiben, Teilzeit arbeiten oder mit „vollem Einsatz“ (wobei genau das ebenfalls einer Definition bedarf!) in den Job gehen und Kinder haben.“ Es wäre doch eine tolle Entwicklung für Deutschland, wenn wir auch ein Land der unbeschränkten Möglichkeiten werden.

Susanne Hüsemann

21.08.2014

Liebe Nina Dierks,
dieser Artikel ist mir aus dem Herzen geschrieben! Ich würde ihn 1:1 unterschreiben.
Herzliche Grüße in das schöne Hamburg,
Susanne Hüsemann

PS: Bin seit kurzem (nach 11 Jahren Selbständigkeit mit zwei Kids) fest angestellt worden – von einem meiner Hauptauftraggeber. Und das Beste daran: ich arbeite weiterhin völlig selbstbestimmt aus dem Homeoffice. Einfach gut!

tinka

21.08.2014

Schade, dass die Kinder keinen Kommentar hinterlassen können.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/studien-zur-krippenerziehung-grosser-stress-fuer-kleine-kinder/6596238.html#commentInput

Katrin

30.08.2014

Ich bin erst 24 aber trotzdem ist die Frage kontinuierlich im Kopf. Was ist wenn Kinder anstehen? Muss ich dann wirklich zu Hause bleiben? Habe ich so viel studiert und mich beruflich durchgekämpft, dass ich nachher womöglich wieder ganz unten anfangen muss? Und was ist nachher mit den ganzen Abstrichen, die man dadurch im Alter in Kauf nehmen muss? Ich finde es toll immer wieder zu hören/lesen, wie emanzipierte Frauen dieses Problem lösen und man immer wieder feststellen kann: Wer will, die Kraft und den Mut hat, schafft es auf unterschiedlichsten Weisen alles unter einen Hut zu bekommen.
Klar könnte man Fragen: Was sagen die Kinder dazu? Aber die Betreuungsangebote sind oft besser, als das, was sozial schwache Eltern zu Hause bieten. Bei Problemen oder Sorgen der Kinder stehen ja die Eltern trotzdem jederzeit zur Verfügung.
Ich finde es super, dass es Frauen gibt, die ihre Erfahrungen teilen und anderen Frauen damit Mut machen.

Martina

30.08.2014

Vor der Geburt meines Sohnes (13) war es für mich sonnenklar nachher wieder (voll) arbeiten zu wollen. Nachdem ich das auch tatsächlich ein halbes Jahr getan habe und dabei das Glück hatte, dass in dieser Zeit mein Mann Teilzeitkarenz nahm, legte ich den Plan ad akta. Grund: Ich vermisste meinen Sohn einfach und ich wollte nicht nur Abend-Mahlzeit und Gute-Nacht-Ritual-Mama sein. Und so entschied ich mich nach der Geburt von meiner Tochter (10), in Teilzeit die Work-Life-Balance mit nicht gemindertem Interesse und Engagement in anspruchsvollen Jobs zu leben. Leider, die Umstände meinten es nicht so gut mit mir, sodass meine Ansprüche an mich selbst schließlich in einem Burn-Out endeten. Heute geht es mir wieder sehr gut. Und ich bereue nur, dass ich nicht mehr auf mich selbst geschaut habe.  Müdigkeit ist immer ein Signal des Körpers, bitte beachte sie auch und gönn dir wieder mal Ruhe. Ich habe sie jahrelang ignoriert. Nur wer gut für sich sorgt und sein eigenes Leben lebt kann auch für andere (Familie und Job) da sein.

Kathi P.

01.09.2014

Kinder kriegen, heißt nun mal sich selbst zurücknehmen. Und wenn beide voll arbeiten möchten, dann müssen sie eben mit den Konsequenzen leben. Wobei es schon fragwürdig ist, dass die Kinder den ganzen Tag weder Vater noch Mutter zu Gesicht bekommen. Nur weil keiner zurückstecken möchte, muss sich doch nicht alles nach den Karriere-Eltern richten. Man kann nun mal nicht immer beides haben – statt rumzumosern, dass zu wenig für Familien gemacht wird, sollte man das einfach mal akzeptieren und vielleicht doch nochmal überlegen, was einem wichtiger ist.

2 Kinder und Teilzeit in HH

02.09.2014

Liebe Frau Diercks,

ein super Artikel! Hoffentlich werden die grauen Herren in den deutschen Führungsetagen irgendwann einmal kapieren, dass Kinder zum Leben dazugehören wie die Sonne zum Sommer, wenn man es denn möchte. Jedes Paar soll selbst entscheiden dürfen, ob es Kinder möchte oder nicht, und diese Entscheidung darf nicht primär durch unzumutbare Arbeitsbedingungen oder die Angst vor Diskriminierung getrieben werden. Familie betrifft uns alle, Mütter wie Väter. Beide Eltern sollten das Recht haben, Zeit mit ihren Kindern verbringen zu dürfen und dennoch das Recht auf einen verantwortungsvollen Job zu angemessener Bezahlung mit flexiblen Arbeitszeiten haben. Ganztägige Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind sicherlich eine Hilfe, aber ich kann die Angst nicht ganz abschütteln, dass man uns irgendwann auch dies zum Vorwurf machen wird. Wenn nicht mal die mangelnde Kinderaufbewahrung mehr als Grund für Teilzeit akzeptiert wird, hören wir dann zukünftig immer „Sie hätten ja einen tollen Job haben können, wenn Sie gewollt hätten“?
Mit meinen 2 kleinen Kindern möchte ich in DIESER Phase meines Lebens gar nicht 40 Stunden oder mehr arbeiten, selbst wenn die Kitas in Hamburg mir dies ermöglichen würden. Ich möchte Zeit mit meinen Kindern verbringen dürfen, und mein Mann möchte dies genauso. Wir wollen unsere Kinder nicht wegdelegieren. Aber wer bitteschön sagt, dass ein verantwortungsvoller Job nur in Vollzeit möglich ist? Ich wage zu behaupten, dass die meisten Führungskräfte ihren Job auch in 70 oder 80% der Zeit erledigen könnten, wenn sie sich besser organisieren würden, bessere Unterstützung bekämen und vielleicht die ein oder andere Aufgabe mehr delegieren würden (an Mitarbeiter, die sich über das Mehr an Verantwortung sicher auch freuen würden). Der Glaube, dass Firmen nur funktionieren, wenn alle von 9 bis 19 Uhr auf dem Hintern im Büro sitzen, ist doch eher Selbstschutz der klassischen Chefs, die ihre Macht nicht teilen möchten. Warum sonst wird es so oft nicht anerkannt, wenn Teilzeitkräfte zwar um 16 Uhr das Büro verlassen, dafür aber auch zuhause um 22 Uhr noch auf Mails reagieren?
Es ist Zeit, dass wir umdenken. Damit sich vielleicht wenigstens die nächste Generation nicht noch so verbiegen muss wie wir und es auch wieder genießen kann, Kinder zu haben oder eben auch keine, ohne sich permanent dafür rechtfertigen zu müssen.
Leider ist das auch in meiner Firma noch nicht der Fall. Ich kann in Teilzeit arbeiten, auch zu flexiblen Zeiten, auch mal Home Office ist drin, wenn das Kind krank ist. Aber dafür entfällt jegliche Art von Karriereförderung, denn ich bin ja jetzt „Mutti“. Jede vorsichtige Frage nach einer Gehaltsanpassung wird abgelehnt mit den Worten „Aber dafür haben Sie hier doch auch jede Menge Freiheiten und können Ihre Zeit relativ flexibel gestalten (in meinem Fall 4 Tage pro Woche 9-16 Uhr).“ Ja, ich habe einen bezahlten Job und zwei Kinder und kriege beides unter einen Hut. Viele Frauen würden mich darum beneiden, und ich bin meinem Arbeitgeber auch sehr dankbar dafür. Richtig glücklich wäre ich aber erst, wenn man mich im Job trotz Kindern weiter ernst nehmen und fördern würde, so wie man es auch bei jungen Vätern ganz selbstverständlich tut.

Kay

05.09.2014

Liebe Frau Diercks,
zunächst ein Lob für einen Artikel, der endlich mal versucht, die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten! Ich habe ein 2.5 Jahre altes Kind und einen Hausmann zu Hause, weil uns schon zu Beginn unserer Beziehung klar war, dass ich langfristig das höhere Gehalt verdienen würde. Als ich dann 9 Monate nach der Geburt wieder vollzeit gearbeitet habe, wurde ich von externen Geschäftspartnern und -partnerinnen immer verwundert gefragt, wie das denn ginge? Zu Beginn noch brav mein Sprüchlein aufgesagt, aber ab dem x-ten Mal stellte ich dann die Gegenfrage: „Würden Sie das auch einen Mann fragen?“
Lustigerweise bin ich nun auf der Suche nach einem neuen Job, bekomme aber trotz herausragender Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung kaum ein Vorstellungsgespräch, auch wenn ich betone, dass ein Umzug kein Problem darstellt, ja sogar gewollt ist. Sorry, aber was außer „1 Kind, Betreuung gesichert“ soll ich denn noch schreiben? Etwa „Nachwuchsplanung abgeschlossen, Ehemann Hausmann, Kind außerdem in U3-Betreuung“? Dann wird’s doch echt lächerlich!

Elisabeth Heidecke

07.11.2014

Liebe Frau Diercks, ein sehr guter Artikel.
Aber solange „Social Freezing“ medial bis ins kleinste Detail plötzlich diskutiert wird (ohnehin nur für wenige Personen ein Thema) anstatt wirklich relevante und umsetzbare „Success Stories“ (relevant für den Grossteil der Fraue) als Motivator zu präsentieren (z.B. 2 Frauen teilen sich eine Führungsposition), zeigt es ja, wie die Gesellschaft tickt. Ich kämpfe weiter an der Job-Familien-Front – gemeinsam mit meinem Mann!

R. M.

04.02.2015

Hi, vielen Dank für deinen Artikel, er ist nicht nur sehr gut geschrieben, sondern spricht aus was viele und ich vor allem Denken. Es sind traurige Zustände die zur Zeit herschen. Ich selbst versuche seit 2 Jahren vergeblich einen Job zu finden, weil ich als Frau mit 30 ein Risikofaktor bin. In meinem Berufsfeld herrscht eine absolute Männerdomäne, noch dazu lebe ich in München, wo man schon beim Gedanken an Familie und Beruf attackiert wird. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als meinen Job, den ich liebe und für den ich so lange gekämpft habe auch mit Familie behalten zu können. Das einzige was mir bisher gesagt wurde ist, dass ich mir das abschminken kann… Leider kenne ich es anders. Ich bin in der DDR geboren, meine Mutter war immer voll berufstätig und in einer Führungsperson. Mich hat mein Vater aufgezogen und das war das beste was man sich als Kind wünschen konnte! Ich versteh nicht warum diese Rollenbilder in Deutschland so aus Stein sind. Es müssten doch mittlerweile beide Seiten erkannt haben das es so wie es ist nicht funktioniert.

Yasemin Krampf

08.05.2015

Liebe Frau Diercks,

ich liebe ihre Beschreibung.

Als ich es mit voller Begeisterung gelesen habe, standen mir die Tränen in den Augen. Ich habe auch 2 Kinder. Bin nach jedem Kind relativ schnell wieder in den Job zurück. Mein Mann und ich hatten uns die Elternzeit geteilt.

Ihre Beschreibung des Bewerbungsprozesses hat mir aus der Seele gesprochen. Ich habe so ziemlich genau die gleichen Erfahrungen gemacht. Mein früherer Arbeitgeber hatte mich auf eine Art „Abstellgleis“ geschoben. Trotz Vollzeitarbeit und Anwesenheit. Irgendwann beschloss ich, das Unternehmen zu verlassen.

Der Bewerbungsprozess war nicht mal schlecht. Ich wurde auf jede 2. Bewerbung, die ich geschrieben hatte, eingeladen. Aber die Erwartungshaltung der Arbeitgeber war mehr schlecht als recht.

Jetzt bin ich bei einem Arbeitgeber, der mit der Zeit geht, mir die Freiheit gibt mich „austoben“ zu können. Durch diese Freiheit bin ich produktiver, entspannter, kreativer und kann so zum Unternehmenserfolg beitragen, ohne ein schlechtes Gewissen gemacht zu bekommen.

Da können sich andere Arbeitgeber ein Scheibchen von abschneiden.

Kein Wunder dass es in Deutschland an Nachwuchs mangelt. – Frauen studieren, arbeiten und sollen sich dann „entscheiden“. Ein Entweder – Oder für oder gegen Familie… Das ist unmöglich… Und bis man sich vielleicht doch entschieden hat, ist es zu spät.

Schade…

Danke nochmal!

Besten Grüße

Yasemin Krampf

Gerald Kraemer

29.05.2015

Hallo Frau Dierks,

Ihr Artikel mit der besseren Gestaltung als Selbständiger mit Familie kann ich nur unterstreichen nur mit dem Unterschied, dass wir uns zeitweise konservativ Mutter-Kinder orientiert haben und spaeter Teilzeit Frau.

Dann ergab sich die Moeglichkeit fuer Frau ein Fernstudium Bachelor WiWi neben Familie und Teilzeit im Familienunternehmen zu absolvieren. Was waren das fuer herrliche Gespraeche bei der Bank mit der bitte als Frau Vollzeit zu arbeiten und sich nicht um Kinder zu kuemmern.

Heute 8 Jahre spaeter mit etlichen Jahren unter der Armutsgrenze haben wir unsere Rendite mit 4 wohlgeratenen Kindern von Teenie bis Kleinkind, 2 freiberuflichen Praxen und fuer mich als Mann hohe Honorarumsaetze und phasenweise auch 2 halbe Tage zum kochen + essen in der Woche.

Wir haben nicht das DDR 2.0 Modell nachgeahmt, nehmen selber Verantwortung und integrieren Leben + Familie in den Alltag.

Fuehlt sich sehr gut an.

Doris Kleinschmidt

08.06.2015

Liebe Frau Dierks,
Ihr Artikel ist wirklich interessant zu lesen und auch allen wunderbaren Kommentaren stimme ich zu.
Mein Ältester ist jetzt 28, der jüngste ist 23. Es hat sich bis jetzt kaum etwas verändert bei diesem Thema.
Im Rückblick möchte ich, inzwischen 59Jahre alt, sagen,ohne Oma +Opa
geht es kaum. Ich bin alle zwei Jahre im Bewerbungsprozess wegen der Befristungen, bekomme auch immer wieder Arbeit durch meine Anpassung an den Arbeitsmarkt. War 19 Jahre alleinerziehend. Werden meine Söhne den Mut finden eine Familie zu gründen?
Liebe Grüße

Annett Fließbach

16.07.2015

Liebe Frau Dierks,
der Artikel ist ganz wunderbar und spricht mir aus dem Herzen.
Nur: das Umdenken ist nicht allein Sache von Personalern und der Unternehmensführung – auch alle Mitarbeiter im Team müssen umdenken und Qualität + Motivation vor Präsenzzwang + Benachteiligungsdenken stellen. Der beste Teilzeit-Vertrag ist wertlos, wenn am Ende die Teamarbeit nicht funktioniert.
Herzliche Grüße

Manuela Starkmann

17.08.2015

Ein stimmiger Artikel. Passt auch zu meinem August-Erfolgs-Tipp(*). Es ist grundsätzlich bedauerlich, dass der Mensch sich in ein Arbeits-System quetscht … auch quetschen lässt … das für ihn ungesund ist.

? Warum muss der Tag (auch Kindergarten- und Schultag (dazu gibt es super Studien …) so früh starten anstatt nach dem Biorhythmus zu leben?
? Warum frühstücken wir in aller Frühe selbst wenn das Hunger“gefühl“ nicht aus dem Bauch, sondern aus dem Kopf und den Gewohnheiten kommt?
? Warum meinen Menschen „immer noch eine Schippe drauf“ ist clever und führt natürlich früher oder später zum Erfolg statt sich mehr in geLASSENheit zu üben?
? Warum wird an den wirklich wertvollen Aspekten im Leben (z. B. Zeit – für sICH und die LIEBEn, gesunde Ernährung, Spazieren gehen, Sport, nix tun) gestrichen, aber immer noch und noch eine Aufgabe angenommen?
? Warum muss der Mensch erst krank sein, weil letztendlich der Körper auf den Not-Aus drückt, anstatt für sich hinzufühlen, ob das System und wie er es lebt für ihn (und seine Familie) wirklich schlau ist?

Ich kann schon hören, wie so manche Ratio begründet, warum eine Veränderung einfach nicht geht … während Körper+Geist+Seele immer erschöpfter werden.
In meinem Umfeld sind innerhalb von einer Woche drei Menschen im Alter von Anfang 40 bis Anfang 50 plötzlich gestorben. Als Hospizbegleiter begleite ich ehrenamtlich Menschen beim Sterben. Irgendwann ist die Zeit hier zu Ende … egal wie … gut oder scheiße man sie verbracht hat.

Warum haben Menschen ein so großes Problem damit, ihr Leben so zu führen, wie es für sie stimmig ist?

Ja, vielleicht kracht und knirscht es im Umfeld … besonders dann, wenn man den inneren Fokus darauf legt.
Aber „Hallo“ … das ist doch wurscht. Und es gibt eh nur zwei Lösungen:
O So weiter machen wie bisher und dabei kaputt gehen
O Den Weg der Veränderung gehen und damit glücklich, gesund und erfolgreich zu sein

Das „Wie“ ist der zweite Ansatz.
Primär ist die Klarheit: „Ich will mein Leben verändern – jetzt!“

Ich wünsche jedem Leser, die Kraft, seinem Herzen zu folgen
und das verTrauen, dass sich die Lösungen zeigen, wenn man auf dem richtigen Weg ist.

Alles Liebe

Manuela Starkmann

(*) http://www.Erfolgs-Tipps.eu

Angela Schindler

17.08.2015

Liebe Frau Diercks,
ich weiß sehr genau von was Sie sprechen. Auch ich habe mich aus diesen Gründen entschieden eine Mompreneur zu werden und das wichtige Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen zu platzieren.
Ich hoffe, dass Unternehmen denn Sinn meiner Arbeit erkennen und ich unseren Kindern und anderen Familie das Leben sehr viel einfacher zu machen. Wäre Deutschland, und die Wirtschaft, familienfreundlicher bin ich mir sicher gäbe es genügend Familien mit Kindern und einen weniger großen Demografischen Wandel.
Komischerweise ist immer noch nicht in den Köpfen angekommen, dass nur zufriedene Mitarbeiter produktive Mitarbeiter sind.
Ich danke Ihnen für diese Artikel und wünsche Ihnen alles Gute.

Schöne Grüße
Angela Schindler

Margarita Moerth

06.09.2015

Als ich In den späten 1970er Jahren meinen ersten Redakteursposten anstrebte, war der Einleitungssatz meines künftigen Chefredakteurs: „Sie sind eine jungverheiratete Frau. Da mache ich mir natürlich Sorgen …“
Peinlicherweise war meine Vorgängerin in der von mir angestrebten Position zwei Monate nach Ablauf ihrer Probezeit schwanger – und damit auf längere Zeit unkündbar geworden.
Ich habe den Job trotzdem bekommen.
Man darf ruhig auch einmal die andere Seite ansehen, meine ich. Übrigens hatte ich viele Jahre später einen jungen Mitarbeiter, der sich nach der Geburt seines zweiten Kindes ein Jahr unbezahlten Urlaub leistete, während seine Frau weiter ihrem Beruf nachging.
Die Zeiten ändern sich ja doch.

Stef_Ehrlich

24.09.2015

Tja, der Punkt ist ja, das „Als Frau sind sie für uns ein Risiko“ ist ja faktisch nicht falsch. Als junge Frau ohne Kinder auf einem verantwortungsvollen Job mag man noch hinzufügen. Ich habe eine kleine Firma. Das Risiko, für eine Frau, die sich bald ihre Kinderwünsche realisieren wird, die Kosten zu übernehmen, kann ich nicht tragen, und die Kosten, jemand anderen einzuarbeiten und evtl. nach 2 Jahren, den wieder per Zwang rausschmeissen zu müssen, ebenso wenig. Bei größeren Firmen muss das und geht das in der Regel reibungsloser, aber je höherwertiger der Job ist, um so schwieriger ist es generell. Viele Bekannte von mir hatten einen Karriereknick durch ihre Schwangerschaft- mir fällt insbesondere bei Führungsaufgaben nur wenig ein, um das zu ändern, außer staatliche Förderungen, die für alle Firmen bares Geld ausmachen.

Nandus

25.09.2015

Meine spontaner Gedanke zu dem Artikel ist: den kann man mühelos auch auf Männer erweitern. Bis auf die Schwangerschaft treffen nahezu alle genannten Phänomene der „modernen“ Arbeitswelt auf beide – modernen – Geschlechter zu. Speziell das mechanistische Weltbild ist leider nach wie vor tief verwurzelt in vielen Chefs (so sind Sie ja dort hin gekommen wo sie heute sind). Klar zu machen, daß dies nicht mehr zeitgemäß ist solle unser aller Aufgabe sein. Die Reaktion der Artikelverfasserin, sich per Selbstständigkeit auszuklinken, ist zwar richtig und konsequent, aber keine Dauerlösung. Die Denkhaltung der Unternehmen UND der Gesellschaft inklusive politischer Weichenstellung müsste sich endlich um 180 Grad drehen. Weg vom Profit und Funktionieren und hin zum Menschen.

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