Familie & Beruf

Vorreiter: Familienfreundlichkeit bei Boston Consulting

Wie bei der Unternehmensberatung „Boston Consulting“ der Einklang zwischen intensiver Arbeit und Privatleben unterstützt wird

Unternehmensberater gelten gemeinhin als – durchaus charmant gemeint – „Arbeitstiere“. Wenn im Kundenauftrag Konzerne saniert, komplett neue Marktstrategien entwickelt und auch mal Chefkarrieren gerettet werden müssen, sind 18- bis 20-Stunden-Tage keine Seltenheit. Doch das gerne gezeichnete Bild vom ruhelosen, ständig aus dem Koffer lebenden Consultant verträgt sich nicht wirklich mit Familienleben, oder?

Bei der „Boston Consulting Group“ (BCG), einer der größten Unternehmensberatungen weltweit, geht das doch. Zumindest viel besser als man denkt. Dafür hat das Unternehmen auch in Deutschland etliche betriebsinterne, familienfreundliche Angebote entwickelt: Von der flexiblen Möglichkeit, Auszeiten (neudeutsch: „Leaves“) zu nehmen über Teilzeitarbeitsmodelle und heimatnahe Projektangebote bis hin zur Hilfe bei der Suche nach geeigneter Kinderbetreuung ist man bei BCG sichtbar um Unterstützung der Mitarbeiter bei der Organisation ihres Privatlebens bemüht.

Und eine Unternehmensberatung wird ja wissen, warum. Wir haben bei Dr. Christian Krammer, Senior Partner & Managing Director und verantwortlich für Human Resources, nachgefragt.

Christian Krammer, HR-Verantwortlicher bei der Boston Consulting Group

Christian Krammer, HR-Verantwortlicher bei der Boston Consulting Group

Herr Krammer, das Klischee über die dauerarbeitenden, nur auf Karriere fixierten Unternehmensberater stimmt ja offensichtlich gar nicht. Warum engagiert sich BCG so stark für das Thema „Familie und Beruf“?

Christian Krammer: Weil das eine das andere nicht ausschließen darf. Familie und Beruf gehören auch bei einer weltweit agierenden Unternehmensberatung zusammen. Die Karriere bei BCG endet nicht mit der Familiengründung, denn die Projektarbeit ermöglicht es, beides flexibel miteinander zu vereinbaren. Die Mehrheit unserer Mitarbeiter hat Familie oder will später eine gründen. Wir suchen die besten Absolventen, fördern sie beruflich, bieten diverse Entwicklungsmöglichkeiten – diese Optionen müssen auch im Einklang mit dem Privatleben stehen. Als moderner, innovativer Arbeitgeber ist es nur im Interesse von BCG, Mitarbeiter in jeder Lebensphase zu unterstützen.

Nehmen viele Ihrer Mitarbeiter die Angebote in Anspruch? Was ist das beliebteste?

Krammer: Ja. Die Möglichkeiten, die wir bieten, lassen sich kombinieren – je nach Wunsch des Mitarbeiters. Sicherlich ist die Auszeit, der sogenannte Leave of Absence, ein beliebtes Angebot. Etwa 20 Prozent unserer Mitarbeiter nutzen im Durchschnitt einen Leave – entweder für eine Promotion oder einen MBA, für die Familie oder einfach aus persönlicher Motivation als Auszeit. Viele nutzen einen Leave auch öfter im Laufe ihrer Karriere.

Raten Sie denn auch Ihren Kunden zu einer familienfreundlicheren Unternehmensstruktur?

Krammer: Wir beraten unsere Kunden in den verschiedensten Themenbereichen und immer bezogen auf eine ganz bestimmte Aufgabenstellung. Daher kommt es darauf an, inwiefern eine familienfreundlichere Unternehmensstruktur Teil des Beratungsauftrags ist. Sehen wir sie als Lösung für den Kunden, beraten wir auch dahingehend. Das ist selbstverständlich.

1 Kommentare

Romy Fuchs

29.08.2014

Warum gibt es Teilzeitstellen nur, wenn man schon mal Vollzeit im Unternehmen gearbeitet hat?
Für Externe funktioniert das System leider nicht. Schade!