Mensch@Work

Hier geht es nicht um Karriere-Sprünge und neu besetzte Chefposten – unsere Personalien informieren über Menschen, die einen etwas anderen Karriere-Schritt wagen: Ein Sabbatical, eine längere Elternzeit, einen überraschenden Richtungswechsel.

Juli 2014
Philipp Lahm: Der Kapitän geht von Bord
Philipp_LahmMan soll gehen, wenn es am schönsten ist. Das gilt nicht nur für Partys, sondern vor allem auch im Sport. Doch viele erfolgreiche Athleten verpassen, selbst nach großen Erfolgen, den Absprung, weil die Sucht nach Anerkennung und Erfolgen ihr Leben dominiert. Nicht so bei Philipp Lahm. Der Kapitän der Deutschen Fußballnationalmannschaft hat nun nach 113 Länderspielen und dem WM-Triumph in Brasilien seine Karriere in der DFB-Auswahl beendet und will sich in Zukunft nur noch auf die Spiele bei Bayern München konzentrieren. Und das, obwohl alle Experten Lahm noch mindestens noch zwei, drei Profijahre auf höchsten Niveau zutrauen. Doch genau dieses „bis an die Grenze gehen“ macht Lahm nicht mehr mit. In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung Zeit schreibt der 30-Jährige, er sei „froh, mich befreit zu haben.“ Ihm sei durch die „extremen Erfahrungen, die ich innerhalb eines Jahres machte“, bewusst geworden, „dass ich mich nicht vom Leistungssport treiben lassen will. Mein Leben gehört mir. Wenn ich glücklich bleiben will, auch über meine Fußballkarriere hinaus, dann muss ich mein Leben selbst bestimmen, das heißt: Entscheidungen treffen, bevor sie mich einholen“, betont Lahm. Er sei „stolz auf diese Entscheidung. Ich kann mich nur komplett einer Aufgabe hingeben, ein bisschen Philipp geht einfach nicht.“


dekkers_Bayer_PRJuni 2014
Marjin Dekkers: Der Chef denkt an die Familie

Die Geschäfte laufen glänzend, Team und Mitarbeiter sind nett, loyal und ambitioniert, Deutschland ist zur zweiten Heimat geworden – und trotzdem verlässt Marijn Dekkers (56), der Chef von Bayer, Ende 2016 freiwillig seinen mutmaßlich gut dotierten Vorstandsposten. Den Grund verriet der gebürtige Holländer, der seit 2010 an der Spitze der Chemiekonzerns steht, in einem Brief an die Belegschaft: Um näher bei seinen Töchtern bleiben zu können, die nach 2016 in den USA studieren werden, würden und seine Frau zwar nicht Deutschland ganz verlassen, möchten aber auch viel Zeit in den Vereinigten Staaten verbringen. Diese persönliche Flexibilität sei aber nicht mit seinen Verpflichtungen als Bayer-Chef vereinbar, so Dekkers weiter und schließlich:„Die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben war mir immer wichtig.“
Ein erfolgreicher Top-Manager, der loslassen kann.


keuchel_110pxMai 2014
Stefan Keuchel: Vom Internet-Riesen zum Startup

Stefan Keuchel (44), zehn Jahre lang Pressesprecher und das Gesicht von Google Deutschland, wechselt zum Startup mytaxi, wo er als Head of Communication PR und Social Media verantwortet. Der neue Arbeitgeber hat für ihn eine ganze Reihe von Vorzügen: „mytaxi ist ein bisschen Start-Up und ein bisschen Mittelständler mit einer unkomplizierten Unternehmenskultur, flachen Hirachien und mit schnellen Entscheidungen. Ich sitze Tür an Tür mit den Gründern und geniesse einen spektakulären Ausblick auf die Elbe.”, so Keuchel.


etscheid_110pxMai 2014
Michael Etscheid: Vom Banker zum Pilgerer

Michael Etscheid (41), Teamleiter bei der DWS in Frankfurt, gönnt sich eine Auszeit – für den guten Zweck. Der Banker möchte auf der und 800 Kilometer langen Pilgerstrecke nach Santiago di Compostela  10.000 Euro für das Kinderheim Finkennest sammeln. Ende Mai will Etscheid am Ziel sein (zur Geschichte).

 


 

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