Generation Y

Kind UND Karriere, bitte!

Embrace-Studie: Junge Berufseinsteiger sorgen für einen radikalen Wertewandel am Arbeitsmarkt..

Für die allermeisten der deutschen Studenten gehören Joberfolg und Familienglück zusammen: Knapp 80 Prozent von ihnen wollen auf jeden Fall Kinder haben, 74 Prozent aber auch Karriere machen. Das ist das Ergebnis einer unter 3600 Studenten durchgeführten „Embrace“-Studie. Noch überraschender: Die meisten der befragten Akademiker zwischen 20 und 28 Jahren wollen ihren Nachwuchs bereits in den ersten Jahren ihrer Berufslaufbahn bekommen.

Embrace, der auf Personalfragen und Rekruting spezialisierte Geschäftsbereich der „Medienfabrik“ von Arvato, hatte mit der groß angelegten Studie unter dem Motto „Karriere trifft Sinn“ vor allem die Wertvorstellungen und Einstellungen der jungen Generation zu Themen wie Arbeit, Karriere und Privatleben abgefragt – und in vielen Punkten den schon bekannten Wertewandel belegen können, der sich vor allem in dem Wunsch nach nachhaltigerer und sinnvoller Arbeit manifestiert.

Embrace-Geschäftsführer Gero Hesse: "Der Kinderwunsch der jungen Akademiker kommt überraschend"

Embrace-Geschäftsführer Gero Hesse: „Der Kinderwunsch der jungen Akademikern kommt überraschend“

Doch die Haltung der „Generation Y“ zu früher Familiengründung verblüffte selbst die Wissenschafter: „Der Kinderwunsch ist wahrscheinlich das überraschendste Ergebnis der gesamten Studie“, sagt Embrace-Geschäftsführer Gero Hesse im Gespräch mit XING spielraum. Und der hänge wohl damit zusammen, dass „diese Generation in einem ganz anderen Kinder-Eltern-Verhältnis großgeworden ist, als die Generationen vor ihr. Die Unterschiede, auch die Konflikte, sind hier nicht mehr so groß wie früher – das ist ein partnerschaftliches, fast freundschaftliches Verhältnis“, so Hesse. Zudem sei die Erfahrung einer unsicheren Lebenssituation durch die Jahre der vergangenen Wirtschaftskrise fundamental prägend bei den Studenten gewesen: „Die suchen nach Sicherheit – und finden sie am ehesten in der Familie“. Die Wahrscheinlichkeit, dass es demnächst wieder deutlich mehr junge Akademikerfamilien gebe, sei ausgesprochen hoch.

Das alles habe natürlich nicht nur gravierende Auswirkungen auf zukünftige Lebens- und Karriereläufe des Einzelnen – auch für Unternehmen bedeutet das radikale Veränderungen ihrer Strukturen: „Mit der Betriebs-Kita allein ist es da nicht mehr getan“, so Hesse. Firmen müssten sich auf die veränderten Wünsche ihrer jungen Arbeitnehmer auf allen organisatorischen Ebenen einstellen. Schließlich möchten 82 Prozent der Befragten die Arbeitszeit an ihre Lebenssituation anpassen können, 57 Prozent würden gerne eine Möglichkeit zu komplett freien Einteilung ihrer Zeit haben.

Ist der viel beschworene Wertewandel der Generation Y womöglich doch nur auf das individuelle Wohlfühl-Empfinden bezogen, auf die persönliche Work-Life-Balance? Gero Hesse verneint. Das gesamte Denken über den Wert von Arbeit und das Image der Firma, für die man arbeiten will, ändere sich radikal: „Unternehmen, die nicht nachhaltig agaieren, werden nicht mehr als attraktiv eingestuft. Die immer kurzfristigere Denkweise des kapitalistischen Systems, die sich in Quartalsreports und anderen Dingen zeigt, wird von dieser Generation abgelehnt. Das geht ganz einher mit persönlichen Wünschen nach dem Sinn in der eigenen Arbeit.“

Weitere Details zur Studie „Karriere trifft Sinn“ finden sich hier auf der Embrace-Webseite.

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