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Lebensläufe

Das Leben ist zu kurz für den falschen Beruf

Weg mit den Stromlinien-Karrieren: Warum unser aktuelles „Im Fokus“-Thema „Lebensläufe“ den Unangepassten und ihren Daseinsentwürfen Mut machen will.

Editorial von Marc-Sven Kopka

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

spielraum widmet sich im Juli dem Thema „Lebensläufe“. Dass wir hierzulande den CV „Lebenslauf“ nennen, ist eigentlich merkwürdig. Denn er beschreibt ja gar nicht den Lauf des Lebens, sondern den der Karriere. Vermutlich lag das in der Vergangenheit daran, dass aus Sicht der Unternehmen am Leben von Bewerbern mehr oder weniger ausschließlich interessant war, welche beruflichen Stationen sie absolviert hatten. Das ändert sich aber seit einigen Jahren. Lebensläufe werden bunter, individueller und stärker geprägt von Auszeiten wie Elternzeit und Sabbatical, privaten Aktivitäten und familiären Belangen. Das Leben kehrt zurück in den Lebenslauf. Ich finde das klasse. Denn ich habe noch nie an die HR-Arithmetik geglaubt, im Hinblick auf die CVs systematisch geglättet, optimiert und so unternehmenskompatibel gemacht wurden. Denn schließlich lässt der Wunsch, dem Personalmanager zu gefallen, den Menschen hinter seinen beruflichen Stationen verschwinden. Und den stelle ich aber ein. Dass es auch anders geht, habe ich vor ein paar Jahren erlebt.

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Während einer meiner früheren beruflichen Stationen arbeitete ich in London. Es war in der ersten Hälfte der 2000er. Ich hatte in meinem Team eine Stelle zu besetzen. Als die HR-Kollegen mir ihre Vorauswahl von Bewerbungen präsentierten, staunte ich nicht schlecht: Vor mir lagen CVs, die in Deutschland keine Chance gehabt hätten, auf wohlwollende Aufmerksamkeit zu treffen. Denn sie waren bunt, beschrieben gebrochene Karrierepfade und strotzten nur so vor beruflicher Experimentierfreude. Kurz: Sie waren ganz anders als die stromlinienförmigen Lebensläufe, die ich aus Deutschland kannte.

Einen dieser CVs erinnere ich noch sehr gut. Der Bewerber hatte im Bereich Marketing gearbeitet. War dann nach der ersten längeren beruflichen Station in die PR gewechselt. Und hatte dann bei seinem letzten Arbeitgeber nach knapp zwei Jahren gekündigt, um nach Australien zu gehen, zum Surfen. Das hatte er laut Lebenslauf auch anderthalb Jahre gemacht und sich dann bei uns beworben. Ich bin mit diesem CV zur HR-Abteilung gegangen und habe sie gefragt, warum sie unter anderen diesen Lebenslauf ausgewählt hatten, der damals in Deutschland keine Chance gehabt hätte. Antwort: Der kann erstens auf Erfahrung in allen Kommunikationsdisziplinen zurückgreifen. Zweitens ist der hochmotiviert, da das Geld langsam knapp werden dürfte. Aus diesem Grund dürfte er drittens auch länger bei uns bleiben. Meine Frage, ob einer, der den Job aufgibt, um Surfen zu gehen, womöglich nicht die richtige Einstellung zur Arbeit habe, erntete Kopfschütteln: „Soll er als Rentner surfen?“

Heute beschäftigen wir uns auch in Deutschland intensiv mit dem Phänomen immer bunter werdender Karrieren. Nach meiner Erfahrung in London sage ich: Das wird auch Zeit. Denn nichts ist schlimmer als seine Zeit damit zu verplempern, einen Beruf, eine Tätigkeit auszuüben, die man eigentlich für Zeitverschwendung hält. Grund für die neue Freiheit hier in Deutschland ist nach meinem Gefühl aber nicht, dass HR-Verantwortliche etwa erkannt hätten, dass stromlinienförmige Lebensläufe eben keine Querdenker oder gar Innovatoren auszeichnen – nach denen die Unternehmen so dürsten. Mir scheint, dass die HR-Abteilungen noch stark geprägt sind von der Furcht, einen Fehler zu machen. Bloß jede Box auf der internen Checkliste abhaken, damit ich ja nachweisen kann, dass ich meinen Job gut gemacht habe, sollte der Kandidat sich als Niete erweisen. Das führt zu den immer gleichen Fragen wie „Was sind Ihre Schwächen?“ oder „Erledigen sie Dinge eher schnell oder gründlich?“. Damit wird der Kandidat gezwungen, vermeintlich „richtige“ Antworten zu geben, um nicht durchs Raster zu fallen. Über seine Persönlichkeit, Wünsche, Ideen erfährt man freilich nichts.

Dass Lebensläufe dennoch bunter werden, liegt an der Machtverschiebung, weg vom Unternehmen hin zum Bewerber. Der Grund dafür ist schlicht: der Fachkräftemangel. Den neuen Möglichkeiten und Freiheiten für Berufstätige, sich selbst individuell zu verwirklichen, widmet sich das aktuelle Monatsthema „Lebensläufe“ von spielraum. Wir wollen zeigen, was alles geht und Mut machen fürs Andersmachen. Denn das Leben ist zu kurz für den falschen Beruf. Auf dass viele Personaler es lesen.

11 Kommentare

Benjamin Döhr

25.07.2014

Sehr geehrter Herr Kopka,

mit Freude und absoluter Zustimmung habe ich Ihre Zeilen gelesen. Nicht zuletzt weil ich mich gerade jetzt in der Situation befinde, potenzielle Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass mein gewünschter Branchen- und Fachbereichswechsel hervorragend mit meinen nachweislich sehr guten, vielseitigen Erfahrungen meiner bisherigen Tätigkeiten harmoniert und das Unternehmen nur davon profitieren kann- und ich lange bleiben will.

Im letzten Absatz angekommen, folgt Ihren in meinen Augen bis dahin brillianten Ausführungen die Ernüchterung: Sie begründen alles vorher Genannte und bisweilen durchaus Motivierende mit einem banalen, pauschalen und bis heute umstrittenen Begriff des medialen Mainstream: Fachkräftemangel. Das klingt zu einfach.

An der eigenen Person, unzähligen Gesprächen in meinem bisherigen Umfeld und der schier unendlichen Zahl an Zeitarbeitsagenturen für „High Potentials“ auf dem Markt lassen einfach stark an diesem Mangel zweifeln. Ist es doch vielmehr die Unsicherheit der Unternehmen, die ihren Personalern die -vielleicht sogar typisch deutsche- Starre und Geradlinigkeit, abgebildet in Rastern zwingend vorgeben und jegliche Kreativität in der Personalbeschaffung verwehren.

Ich möchte Ihren Zeilen noch eine These hinzufügen: Es gibt Branchen und Berufsbilder, die mehr als gesättigt sind, die Flut an Bewerbungen nicht bewältigen können und solche Berufsbilder und Branchen, die einen echten Mangel aufweisen, sei es afgrund mangelnder „Attraktivität“ oder hohen Anforderungen. Mit einer Öffnung der Unternehmen hin zum Interesse an dem „echten“ Lebenslauf würde Eure Bewerbungsfluten automatisch kleiner bzw. würde anwachsen – denn dann wenn junge Menschen eine Chance bekommen und sicher sein können, dass sich der Blick über den Tellerrand nicht nur lohnt sondern auch realsitisch ist, wird auch Ihre Arbeit leichter und (fast) jedes Unternehmen erhält vielleicht nur noch die Welle von Bewerbungen, die auch mit Wertschätzung bearbeitet werden können.

Ein schönes Wochenende wünscht
B.Döhr

Marc Mertens

04.08.2014

Hallo Herr Kopka,

das gelebte „Diversity Management“ in der HR ist ein großes Problem. In Deutschland gilt jeder Wechsel unterhalb von zwei Jahren immer als Niederlage und überhaupt, es wird viel zu wenig versucht, die tatsächlich intrinsische Motivation der Talente zu ergründen.

Ich für meinen Teil freue mich immer, wenn ich neue Talente kennenlernen darf und i.d.R. bin ich auch in meiner derzeitigen Position intern dafür „berühmt,“ auch mal unkonventionelle Fragen zu stellen bzw. zu versuchen hinter die Fassade zu schauen.

Ich habe mal in einem Artikel – sinngemäß – gelesen, wer immer nur stromlinienförmige Mitarbeiter sucht, wird auch immer nur stromlinienförmige Ergebnisse erhalten und weniger Innovationen oder gar Abweichungen erkennen.

Uli B.

18.08.2014

Eine schöne neue Welt wird hier skizziert. Nur leider ist die Realität docu noch etwas weiter entfernt. Diese gestaltet sich in etwas so, dass Bewerber auch heute noch zum großteil als Bittsteller angesehen werden. Assessment-Center, Streß-Interviews und monatelange Wartezeiten sind noch immer an der Tagesordnung, um ja den 1000%-igen Bewerber für eine vakante Stelle zu finden. Wünsche und Ideen haben bislang in Vorstellungsgesprächen nichts zu suchen. In mehr als 25 dieser Gesprächen wurden immer die gleichen Fragen nach Stärken und Schwächen gestellt, sodass ich diese schon ohne nachzudenken herunterbeten kann

Betroffener

10.09.2014

Ganz spontan fällt mir ein:
Die Brüder SIEMENS (z.B. Werner, geboren 1816), würden sie sich heute in ihrem eigenen Laden bewerben (das neumodische „Personalmanagement“ ist vorgeschaltet um ihnen die Sinne zu verdrehen) würde ihnen eine Standard-Absage-Lüge einbringen!

Bei Nachfrage käme die nächste Lüge – natürlich digital – eingeflattert.
Man hat ja was gesagt bekommen, was man weiterleiten sollte…

So verfährt man mit den heutigen – initiativ und forschend voran schreitenden – Persönlichkeiten ebenso.
Wer nicht ins Erwartungsraster passt.. „ach, das kann doch nicht sein, was nicht sein darf ! Ich durfte das nicht, das wollen wir hier nicht haben“ sowie der feine Unterschied zwischen:

Stellen-BEschreibungen

und

Stellen-AUSschreibungen

kommt hinzu.

Ausserdem auch nicht zu verachten:
Zwischen „Qualifikation“ und „Qualifiziertheit“ ist ein himmelhoher Unterschied.

Abgesehen davon, dass Personalarbeit („Die Personalabteilung“) ein Tätigkeitsfeld ist, welches immer zu tun haben sollte.

Die richtig guten Menschen, die schreiben sich nicht in „Datenbanken“, die sehen sie nicht…, die erreichen sie nicht (mehr).

Übrigens zum Thema Datenbankeneinträge:
– die werden eh nicht gelesen. Ich hatte mit Persönlichkeiten zu tun, die standen 20 Jahre in der Datenbank. Das kam per Zufall heraus: in einem persönlichen Gespräch in ganz anderer Sache.

Wer wirklich was benötigt, wer wirklich Not hat, der sucht das persönliche Gespräch.
Und nur das persönliche Gespräch.

Zur Veranschaulichung wurde das Reale noch realer als die Realität es je zeigen vermag recht gut thematisiert:

„Stromberg, Staffel 1 – 5“.

A.von Lieres

02.11.2014

Die Persönliche vorstellung ist immer die vorraussetzung,wenn Kompetenz gefragt wird.

CSM

24.11.2014

Hallo Herr Kopka,
wann kann ich bei Ihnen anfangen?
Scherz bei Seite.
Das Thema ist für mich als Betroffener ärgerlich genug. Wie Sie selbst schreiben, kommt man in Deutschland mit einem CV nicht weiter, der von der Norm abweicht.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass die HR-Mäuschen nicht richtig deuten können, was sich hinter meinen bisherigen Tätigkeiten verbirgt.
Und ich glaube ganz ehrlich, dass die Person hinter einem CV mit Auslandserfahrung, div. Führungsverwendungen und Projekten in Konzeption, strategischen Controlling, operativen Controlling, Softwareentwicklung uvm. interessanter ist, als Bachelor, Praktikum, Master, Praktikum ein Semester im Ausland (ob da wirklich jeder ernsthaft studiert hat bezweifle ich) und jetzt auf der Suche nach einem Job ist.
Selbst aktiv zu werden und zum Hörer zu greifen ist in den meisten Fällen auch gar nicht mehr möglich. Die meisten Personalabteilungen verstecken sich hinter einem Postfach oder gar einem Shared Service Center irgendwo in Osteuropa.
Manche Unternehmen schaffen es gar nicht eine Absage zu schicken – man hört einfach nie wieder etwas. So dringend kann der „Fachkräftemangel“ wohl nicht sein.

J.C.D

25.02.2015

Dem Vorkommentator Herr Döhr stimme ich zu. Ich (30) Informatiker »glaube« auch nicht mehr an das Märchen vom Fachkräftemangel – zumal immer mehr junge Arbeitnehmer von ein er Befristung zur anderen rutschen, immer wieder unterbrochen durch friktionelle Arbeitslosigkeit.

Dabei stimme ich ebenfalls zu, dass Unternehmen und damit auch Personaler zu zögerlich sind: im Einstellen, etwas neues ausprobieren, etc. Die Flut an Bewerbungen kann dabei aber teilweise auch nicht mehr bewältigt werden. Meiner Ansicht nach hat dies verschiedene Gründe. Kostengründe.

Was die von Herr Mertens beschriebene Niederlage beim Wechsel von unter zwei Jahren angeht, so kann ich dies ebenfalls bestätigen. Leider ändert sich dieses Denken in den Personalabteilungen nur langsam.

Renate Gregor

13.04.2015

Sie sprechen mir aus dem Herzen! Immer schon habe ich CVs bevorzugt, die etwas Besonderes haben. Kandidaten, die etwas erlebt haben, was sie geprägt hat, die etwas gewagt haben, was sie geprägt hat. Bewerber, die einfach viel spannender sind als stromlinienförmige Kandidaten, die keinen Mut haben auch mal andere Wege zu beschreiten oder etwas zu wagen das sie sich im Stillen wünschen, ohne es jemals zu realisieren. Was für arme Menschen! Das Zitat „soll er surfen wenn er Rentner ist“ lässt sich beliebig übertragen. Why wait? Warum sollte ich mit meinen Wünschen warten anstatt sie zu realisieren, wenn die Möglichkeit dazu besteht und alles was ich brauche ist ei wenig Mut, es einfach zu tun?

Schlimmer noch: Was erhoffen sich die Unternehmen von solch stromliienförmigen Mitarbeitern? Dass sie kreativ an neue Aufgabenstellungen herangehen? Woher sollen sie das können, wenn sie nie Gelegenheit hatten, sich wirklich auszuprobieren?

Sich etwas zu erlauben, auch gegen den Strom, bereichert das Leben. Man sollte mal untersuchen, wieviele Menschen nach einem Sabbatical oder einem radikalen Wechsel in ihrem beruflichen Leben zufriedener sind als vorher. Ich bin sicher, die meisten sind es.

Unlängast saß ich bei einem Facharzt im Wartezimmer. Ich war „eingeschoben“ worden, Wartezeit entsprechend um die 3 Stunden. Während dieser Zeit konnte ich die Medizinischen Fachangestellten beobachten und – ganz ehrlich: Hut ab! Was sie alles abkriegen und abfedern, wie stressresistent sie sein müssen, alle Achtung! Da stehen die Patienten Schlange, das Telefon klingelt unaufhörlich, die Ärzte brauchen was, die Kollegin auch, da beschwert sich einer weil es so lange dauert, da quengelt ein Kind… Das war mir nie so klar, weil ich diese Mitarbeiterinnen immer als Selbstverständnis wahrgenommen habe. Ganz bestimmt würde ich genau hinschauen, wenn sich jemand mit beruflicher Erfahrung aus der medizinischen Assistenz für eine andere Rolle bewirbt, die vielleicht auf Anhieb nicht nahe liegt.

In Deutschland wird viel zu viel Wert auf Zertifikate und Noten gelegt. Dabei wird viel zu oft der Mensch übersehen.

Personaler sind in der Tat zu zögerlich und leider auch oft am falschen Platz. Wer die nötige Intuition nicht hat, wer selbst kein Querdenker ist, wer, wie in Deutschland üblich, auf „Nummer sicher“ gehen will, wird sich statt auf sich selbst auf irgendwelche abstrusen Testmethoden verlassen und hoffen, so den/die passende/n Kandidaten/in zu finden. Armes Deutschland! Was für ein Potenzial liegt brach!

Leider wird das Sicherheitsdenken noch von den Eltern gefördert. Ja, er studiert jetzt. Er wusste nicht was er werden will und deshalb hat er sicherheitshalber BWL genommen… Toll. Auf geradem Weg in die Frustration. Ein Studium aus Sicherheitsgründen? Wie soll das dann im Beruf werden? Wie überzeugend kann so jemand im Bewerbungsgespräch sein? Würde ich einen Bewerber einstellen, der mir sagt, er habe sicherheitshalber BWL studiert weil ihm nichts besseres einfiel? Na ja, vielleicht in Bereichen, wo Sicherheit eine Rolle spielt. Aber wieviele sind das schon?

Eltern, vertraut Euren Kindern! Sie werden es schon machen! Sie sollen es besser haben? Dann lasst sie laufen!

Danke, dass es hier die Möglichkeit gibt, das mal zu sagen!

M.M.

09.07.2015

Der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber dennoch eine Anmerkung zu dem folgenden Satz:
Zitat: „Dass wir hierzulande den CV „Lebenslauf“ nennen, ist eigentlich merkwürdig. Denn er beschreibt ja gar nicht den Lauf des Lebens, sondern den der Karriere.“

Ich finde es nicht merkwürdig, dass wir den Lebenslauf hierzulande Lebenslauf nennen, weil CV = Curriculum Vitae bei meinen rudimentären Lateinkenntnissen übersetzt eigentlich auch wieder Lebens(ver)lauf bedeutet.

Dem Artikel kann ich aber nur in vollem Umfang zustimmen

C.Schmidt

16.02.2016

Hallo an alle zusammen,

zuerst einmal ein toller Artikel – Kompliment Herr Kopka. An alle, die die Kommentare verfasst haben – auch. Sie decken sich mit meinen gemachten Erfahrungen und kann auch den im Artikel gemachten Ausagen im vollen Umfang bepflichten.

Ich finde, es gibt weder den „perfekten CV“ noch den „perfekten Kandidaten“. Sehen wir es mal doch ganz provokant: der Fachkräftemangel ist politisch gesehen, hausgemacht. Der Staat regiert die Unternehmen – und die Unternehmen regieren den Staat. Und die Unternehmen diktieren den Stellensuchenden, was sie zu tun und zu lassen haben. Auf der anderen Seite, schraubt der Staat künstlich die Anforderungen an die Unternehmen hoch. Und warum? Weil er Unternehmen subventioniert und damit bestimmen kann, was und wie er will. Denn würde das Unternehmen nicht das machen, ziehen sie die Daumenschrauben an. Beste Beispiel: Pharmaunternehmen & Co. Der Staat fördert und gleichzeitig fordert er auch – getreu nach dem: Eine-Hand-wäscht -die-andere-Prinzip. Und ich finde, dass das Ganze hat mittlerweile fast Bundesliga-Qualitäten. Wer am meisten bietet – der bekommt auch am meisten. Egal in welchem Bereich oder Branche. Und wenn die Politik schreit: Wir haben einen Fachkräftemangel in Deutschland – dann liegt es hauptsächlich daran, das Fachkräfte teilweise abwandern, weil sie zu mies bezahlt werden, gleichzeitig aber zu viel Überstunden geleistet haben. Und das schlimmste: Es geht auf deren Gesundheit. Also Folgekosten sind vorprogrammiert. Das Enttäuschendste ist: Unternehmen lernen nur sehr langsam, was das Umdenken in Bezug auf faire Beurteilung und Einschätzung potenzieller Bewerber angeht. Viele potenzielle Bewerber werden schlichtweg übersehen und daher auch gar nicht zu Vorstellungsterminen eingeladen. Ich behaupte, das sie teilweise zurecht übersehen werden.

Warum?

Tja das liegt daran das eine Fachkraft ist teuer – und wie oft hört man bei Gehaltsverhandelungen:

– das geht im Moment nicht (Auftragslage bedingt)
– Bildung von Rücklagen haben Vorrang
beliebt ist aber auch die Aussage das die Rohstoffe teurer geworden sind
– ich überlege es mir (Aussage des Entscheideten)
– wenn die Leistung stimmt dann evtl.

Und wenn es doch klappen sollte, ist es an miesen Verpflichtungen und Daumenschrauben geknüpft.

Summa summarum: Das Ganze hat etwas von Ursache und Wirkung oder aber auch: Jede Reaktion bringt eine Gegenreaktion mit sich. Der Stellensuchende wird teilweise „genötigt“ seinen CV so zu „frisieren“ (obwohl strafbar) das er zum Unternehmen passt. Daher finde ich auch das es den „perfekten CV inkl. Kandidaten“ nicht gibt und wenn es ihn gibt dann nur mit „Abstrichen“. Und das perfekte Unternehmen? Diese sind nur ganz rar gesät und meistens bereit sehr gut aufgestellt. Also heißt es im Umkehrschluß, das der CV oder Lebenslauf teilweise nur „überbewertet“ wird, weil das was darin steht, muß

a) noch lange nicht stimmen
b) wenn dann ist es nur eine „Orientierungshilfe“ für den Personaler?
c) Soft skills?

Reden wir nur noch kurz über das Thema Soft skills. Was ist wenn es fachlich (laut CV) paßt, aber die Soft skills nicht. Tja das ist dann die Kehrseite der Medaille und der Lauf des Lebens beginnt erneut. Auch dies kann eine Form der Definition des Lebenslaufs oder CV´s sein. Oder?

C.Schmidt

16.02.2016

Hallo an alle zusammen,

zuerst einmal ein toller Artikel – Kompliment Herr Kopka. An alle, die die Kommentare verfasst haben – auch. Sie decken sich mit meinen gemachten Erfahrungen und kann auch den im Artikel gemachten Ausagen im vollen Umfang bepflichten.

Ich finde, es gibt weder den „perfekten CV“ noch den „perfekten Kandidaten“. Sehen wir es mal doch ganz provokant: der Fachkräftemangel ist politisch gesehen, hausgemacht. Der Staat regiert die Unternehmen – und die Unternehmen regieren den Staat. Und die Unternehmen diktieren den Stellensuchenden, was sie zu tun und zu lassen haben. Auf der anderen Seite, schraubt der Staat künstlich die Anforderungen an die Unternehmen hoch. Und warum? Weil er Unternehmen subventioniert und damit bestimmen kann, was und wie er will. Denn würde das Unternehmen nicht das machen, ziehen sie die Daumenschrauben an. Beste Beispiel: Pharmaunternehmen & Co. Der Staat fördert und gleichzeitig fordert er auch – getreu nach dem: Eine-Hand-wäscht-die-andere-Prinzip. Und ich finde, dass das Ganze hat mittlerweile fast Bundesliga-Qualitäten. Wer am meisten bietet – der bekommt auch am meisten. Egal in welchem Bereich oder Branche. Und wenn die Politik schreit: Wir haben einen Fachkräftemangel in Deutschland – dann liegt es hauptsächlich daran, das Fachkräfte teilweise abwandern, weil sie zu mies bezahlt werden, gleichzeitig aber zuviel Überstunden geleistet haben. Nicht umsonst sind wir im Überstunden machen Weltmeister. Und das erschreckenste sowie schlimmste: Es geht auf der Gesundheit des Mitarbeiters. Also Folgekosten sind vorprogrammiert, teilweise auch schon einkalkuliert und so wie oft bereits inklusive. Das enttäuschenste ist: Unternehmen lernen nur sehr langsam, was das Umdenken in Bezug auf faire Beurteilung und Einschätzung potenzieller Bewerber angeht. Viele potenzielle Bewerber werden schlichtweg übersehen und daher auch gar nicht zu Vorstellungsterminen eingeladen. Ich behaupte, das sie teilweise zurecht übersehen werden.

Warum?

Tja das liegt daran das eine Fachkraft meist sehr teuer ist – und wie oft hört man bei Gehaltsverhandelungen:

– das geht im Moment nicht (Auftragslage bedingt)
– die Bildung von Rücklagen haben Vorrang
beliebt ist aber auch die Aussage das die Rohstoffe teurer geworden sind
– ich überlege es mir (Aussage des Entscheidenden)
– wenn die Leistung stimmt dann evtl.

Und wenn es doch klappen sollte, ist es an miesen Verpflichtungen und Daumenschrauben geknüpft. Also auch hier werden mit harten Bandagen als auch unfairen Mitteln gearbeitet.

Summa summarum: Das Ganze hat etwas von Ursache und Wirkung oder aber auch: Jede Reaktion bringt eine Gegenreaktion mit sich. Der Stellensuchende wird teilweise „genötigt“ seinen CV so zu „frisieren“ (obwohl strafbar) das er zum Unternehmen passt. Daher finde ich auch das es den „perfekten CV inkl. Kandidaten“ nicht gibt und wenn es ihn gibt dann nur mit „Abstrichen“. Und das perfekte Unternehmen? Diese sind nur ganz rar gesät und meistens bereits sehr gut aufgestellt. Also heißt es im Umkehrschluß, das der CV oder Lebenslauf teilweise nur „überbewertet“ wird, weil das was darin steht, muß:

a) noch lange nicht stimmen
b) wenn dann ist es nur eine „Orientierungshilfe“ für den Personaler
c) der Personaler hat nicht die Zeit auf evtl. Unstimmigkeiten genauer einzugehen und gewissenhaft zu prüfen (warten ja noch andere Unterlagen die gesichtet werden müssen)
d) wie stehts mit den Soft skills?

Reden wir nur noch kurz über das Thema Soft skills. Die werden meist nur zu gerne übersehen oder als nicht für allzu wichtig gehalten. Schließlich soll er seine aufgetragene Arbeiten erledigen – für was also Soft skills. Was ist wenn es fachlich (laut CV) paßt, aber die Soft skills nicht. Tja das ist dann die Kehrseite der Medaille und der Lauf des Lebens beginnt erneut. Auch dies kann eine Form der Definition des Lebenslaufs oder CV´s sein. Und beide Wünsche erfüllen meist eh nur die „Elite der Bewerber“. Oder?

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