Eine Generation, die inspiriert

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wenn es um Menschen geht, sind Pauschalurteile immer ungerecht. Leben ist zu individuell und vielfältig, als dass man alles und jeden über einen Kamm scheren kann. Und genau so verhält es sich auch mit der „Generation Y“, die in diesem Monat das Fokus-Thema auf XING spielraum ist.

Auch jene, je nach Zählweise zwischen sechs und zehn Millionen Menschen in Deutschland, kann man natürlich nicht in ein einziges Erklärungsschema pressen, oder versuchen, sie mit drei, vier plakativen Begriffen zu fassen.

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Tatsache ist aber, dass mit dieser Altersgruppe ein neuer, frischer und oft inspirierender Wind durch die Unternehmenswelt weht – der die Älteren von uns aber mitunter, sagen wir mal: irritiert. Es ist vor allem der Wertewandel, die veränderten Einstellungen zu Arbeit, die diese Generation ausmachen. Eine junge Frau, die kürzlich bei XING einen Vortrag hielt, und damit Einblicke in das Lebensgefühl ihrer Altersgenossen gewährte, hat das auf den Punkt gebracht. Sie sagte: „Für meine Generation gilt: Ich bin, was ich tue.“

Ja, die „Generation Y“ stellt andere Ansprüche an ihre Tätigkeit – auch, weil sie es sich erlauben kann. Denn im Gegensatz zu ihren Babyboomer-Eltern, die oft erst einmal froh waren, einen Job zu bekommen, haben die gut ausgebildeten, neuen Wissensarbeitern die Wahl. Ihre Möglichkeiten sind auch nicht unbegrenzt, aber äußerst vielfältig. Und damit wird Arbeit noch identitätsstiftender als jemals zuvor.

Der moderne Arbeitnehmer übernimmt in erster Linie eine Aufgabe, keine Position. Er tut etwas als arbeitender Mensch, nicht als reine menschliche Arbeitskraft. Er tut nur so lange etwas, wie er daran glaubt. Und er stellt mehr Fragen an Sinn, Strukturen, Hierarchien seiner Arbeit, mehr als jemals zuvor.

Natürlich: Nicht alles, was da infrage gestellt wird, ist schlecht oder veraltet – aber das sollte niemanden daran hindern, es von Zeit zu Zeit mal kritisch zu hinterfragen. Erstaunlich oft findet Arbeit am hoch gepriesenen Innovationsstandort Deutschland noch unter dem Motto „Haben wir noch nie gemacht“ statt. Das droht mit dieser Generation garantiert nicht mehr.

Wir haben eine Menge Eindrücke, Meinungen und Fakten von und über die „Generation Y“ gesammelt und werden davon im Laufe des Monats in vielen Reportagen, Interviews oder Hintergrund-Stücken berichten.

Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen zum Auftakt das fulminante „Plädoyer einer Unruhestifterin“ von Tina Egolf. Die junge Unternehmerin aus Hamburg beschreibt darin, welche neuen Werte wie Teamwork, Selbstbestimmung und Anerkennung für ihre Generation prägend sind – auch in mitunter scharfem Unterschied zu den Älteren.

Werte, die auch Paul Biggar wichtig sind, den Firmengründer des Software-Unternehmens CircleCI, den Matthias Krause in San Francisco besucht hat. Wo die „Generation Y“ noch früher als bei uns in Verantwortung gekommen ist.

Unterhaltsam schließlich geht bei unserer Sammlung von kuriosen Bewerbungsvideos zu, mit denen ganz Kreative (und Wagemutige) versuchen, an begehrte Jobs bei Google oder gleich in Hollywood heranzukommen.

Sie sehen, dieses Fokus-Thema ist mindestens so vielfältig wie die Generation, die es beschreibt.

Viel Vergnügen in Ihrem XING spielraum

Ihr
Marc-Sven Kopka

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