Netzwerk "Rock Your Life!": Hilfe für den ersten Schritt

Mit einem großen Netzwerk ehrenamtlicher Helfer erleichtern Studenten Hauptschülern den Einstieg ins Berufsleben

Stefan Schabernak ist das Reisen im vergangenen Jahr fast über den Kopf gewachsen. Der 26-Jährige war 200 Tage für sein Netzwerk Rock Your Life! unterwegs, das er vor drei Jahren mit zwei Kommilitoninnen der „Zeppelin Universität“ in Friedrichshafen, Elisabeth Hahnke und Christina Veldhoen, gegründet hat. Bundesweit arbeiten 2500 Menschen an 35 Standorten, die meisten von ihnen ehrenamtlich. Sie wollen die Chancen für Bildung in Deutschland gerechter verteilen und werden dafür von etlichen Stiftungen und Spendern unterstützt.

„Wir glauben, dass „Rock Your Life!“ das Netzwerk ist, in dem alle zusammenkommen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen: Veränderung!“, steht auf der Website des gemeinnützigen Franchisesystems geschrieben. Das Konzept: Hauptschüler werden in ihren letzten beiden Schuljahren von Coaches begleitet, speziell ausgebildeten Studenten, die ihnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen. Gleichzeitig stellt „Rock Your Life!“ Kontakte zu Unternehmen her, die Praktikums- oder Ausbildungsplätze für die Schüler anbieten.

7021202„Ich sehe junge Menschen, die Energie aufbringen und an sich arbeiten, um ihre Träume zu verwirklichen“, schwärmt Co-Gründerin Elisabeth Hahnke (Foto oben, mit Stefan Schabernak), die sich schon mal als „toughe Businesslady“ bezeichnet. Ihre Tipps für Berufsstarter: „Erstens: Arbeite mit vollem Einsatz und ganzer Liebe an der Umsetzung deiner Ideen. Zweitens: Mach auch mal Pause, Urlaub und Quatsch!“ An Urlaub ist für sie und Stefan Schabernak derzeit allerdings kaum zu denken. Ihr Netzwerk wächst, das Arbeitspensum auch. Deshalb schafft Schabernak es nicht mehr, jeden Standort wie früher einmal im Jahr persönlich zu besuchen. Trotzdem versucht er, alle Mitglieder so gut wie möglich in Entscheidungen einzubeziehen.

„Das ist bei uns sehr wichtig, weil die meisten ehrenamtlich arbeiten und Vertrauen eine große Rolle spielt.“ Deshalb gibt es ein Intranet, wo jeder ein eigenes Profil hat und in dem dank Foren, digitaler Abstimmungen und Status-Updates alle irgendwie immer zusammenarbeiten. „Wir vertreten in der Zentrale die Interessen von allen Ehrenamtlichen, deshalb müssen wir wissen, was sie bewegt. Ein dezentrales Netzwerk kann man nicht aus einem Elfenbeinturm heraus steuern.“ Der persönliche Kontakt sei letztlich unersetzlich.

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